Guten Tag, meine installierte Monoblock-Anlage läuft seit dieser Woche im Probebetrieb. Angesichts der sinkenden Nachttemperaturen unter 10 Grad stellt sich mir die Frage, wie ich die Heizkurve am effizientesten einstelle. Derzeit steht sie noch auf der Werkseinstellung, was meiner Meinung nach zu einer zu hohen Vorlauftemperatur führt. Sollte ich in dieser Übergangsphase bereits mit einer steileren Heizkurve arbeiten oder ist es sinnvoller, lediglich die Parallelverschiebung zu nutzen? Mein Ziel ist es, die taktfrequenz der Wärmepumpe möglichst niedrig zu halten, während die Fußbodenheizung das Haus behaglich temperiert. Gibt es hier Erfahrungen, wie man sich im ersten Betriebswechsel dem optimalen Arbeitspunkt nähert, ohne die Wohnqualität zu beeinträchtigen? Ich bin für einen fachlich fundierten Austausch dankbar, da ich die Effizienz der Anlage von Anfang an maximieren möchte. Welche Parameter haben bei Ihnen in den ersten Betriebswochen den größten Einfluss auf den COP-Wert gehabt?
Erste Inbetriebnahme im Herbst: Muss die Heizkurve sofort angepasst werden?
Hallo Thomas, erst einmal Glückwunsch zum erfolgreichen Einbau. Das ist eine klassische Fragestellung für den Herbst. Als SHK-Meister rate ich dir bei einem Neubau oder einem gut gedämmten Bestand erst einmal dazu, die Heizkurve flacher zu wählen, als die Werkseinstellung vorgibt. Werkseinstellungen sind oft auf Altbauten mit hohen Heizlasten ausgelegt, was bei deiner Fußbodenheizung zu unnötig hohen Taktraten führen würde. Ich empfehle dir, die Heizkurve zunächst auf einen Wert zwischen 0,3 und 0,5 zu senken. Die Parallelverschiebung würde ich vorerst auf Null lassen. Beobachte das Verhalten der Wärmepumpe über die nächsten zwei Wochen. Wenn es bei sinkenden Temperaturen im Haus zu kühl wird, kannst du die Neigung in kleinen Schritten anheben. Der hydraulische Abgleich gemäß VDI 4645 ist hierbei die notwendige Voraussetzung, damit das System überhaupt effizient arbeiten kann. Hast du diesen bereits nach der Installation verifizieren lassen?
Danke für die schnelle Antwort, Markus. Der hydraulische Abgleich wurde bereits nach dem Einbau durchgeführt, alle Durchflussmengen entsprechen dem hydraulischen Plan. Ich habe die Heizkurve jetzt versuchsweise auf 0,4 gesenkt. Bisher bleibt es in den Räumen angenehm warm, wobei die Vorlauftemperatur deutlich gesunken ist. Eine Frage zum COP: Mir ist aufgefallen, dass der COP-Wert in den Morgenstunden etwas einbricht, wenn die Anlage nach der Absenkphase wieder stärker modulieren muss. Wäre es in diesem Kontext sinnvoller, die Nachtabsenkung komplett zu deaktivieren, um den Betrieb über den Tag hinweg gleichmäßiger zu gestalten? Mir geht es primär um die Langlebigkeit des Verdichters, da ich das häufige Takten in den Übergangsmonaten unbedingt minimieren möchte.
Moin Thomas, schalte die Nachtabsenkung am besten direkt ab. Bei modernen Wärmepumpen, die in gut gedämmten Gebäuden laufen, bringt das Absenken meist mehr Probleme als Vorteile. Durch die thermische Trägheit der Fußbodenheizung kühlt der Estrich über Nacht sowieso kaum nennenswert ab, aber die Anlage muss morgens mit einer deutlich höheren Vorlauftemperatur die Differenz ausgleichen. Das belastet den COP unnötig und führt bei ungünstigen Werten zu genau dem Taktverhalten, das du vermeiden willst. Ich fahre meine Anlage seit drei Jahren mit durchgehender Heizkurve und habe damit die besten Erfahrungen bezüglich der Effizienz und der Stromaufnahme gemacht. Wenn die Anlage durchläuft, hast du viel weniger Stress mit der Hydraulik und schont gleichzeitig den Verdichter. Probier das mal für eine Woche aus, du wirst die positiven Auswirkungen sicher an deinem Stromzähler ablesen können.
Ich schließe mich Jürgen voll und ganz an. Die Idee der Nachtabsenkung stammt noch aus der Zeit der fossilen Brennwertkessel, bei denen man die Brennerleistung über lange Zeit unterbrechen konnte, ohne den Komfort zu verlieren. Bei der Wärmepumpe ist Effizienz gleichbedeutend mit einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur. Jedes Grad Vorlauftemperatur, das du morgens zusätzlich für das Aufheizen benötigst, verschlechtert deinen COP messbar. Zudem spielt laut GEG auch die Einbindung von PV-Strom eine Rolle. Wenn du tagsüber solare Erträge hast, ist es wirtschaftlich deutlich sinnvoller, das Haus tagsüber minimal zu überhitzen, anstatt nachts mit teurem Netzstrom nachzuheizen. Das ist ein Hebel, der sich bei mir massiv auf die jährlichen Gesamtkosten ausgewirkt hat. Die Anlage läuft so auch viel stetiger im Teillastbereich.
Guten Tag zusammen. Ich melde mich hier als Planer zu Wort. Alle bisherigen Vorschläge sind technisch fundiert, allerdings möchte ich noch einen Aspekt ergänzen: die Außentemperatur-Fühlerposition. Oft täuschen sich Nutzer über die Effizienz, weil der Fühler ungünstig in der Sonne hängt oder von einer Windschneise beeinflusst wird. Überprüfe bitte, ob deine Anlage bei den aktuellen Werten wirklich effizient moduliert oder ob sie nur deshalb taktet, weil die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf zu gering ist. Wenn der Volumenstrom zu hoch ist, schaltet die Wärmepumpe wegen des zu schnellen Rücklaufs ab. Achte beim Monitoring nicht nur auf den COP, sondern auch auf die Anzahl der Betriebsstunden pro Takt. Unter 30 Minuten Laufzeit ist das für die Lebensdauer der Hardware auf Dauer nicht ideal. Bleib bei deiner gewählten Heizkurve, aber achte genau auf die Pumpenleistung.
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