Hallo zusammen, ich arbeite in einer Kfz-Werkstatt mit ca. 5 Metern Deckenhöhe und wir nutzen dort klassische Warmluftgeräte. Da es morgens jetzt deutlich frischer wird, steht der Wechsel in den Heizbetrieb an. Die Anlage ist über eine zentrale Gebäudeautomation gesteuert, die allerdings etwas träge reagiert. Ich frage mich, ob es sinnvoll ist, die Zuluftklappen für den Außenluftanteil jetzt schon zu reduzieren, um die Aufheizzeiten zu verkürzen, oder ob das zulasten der Raumluftqualität geht. Die ASR A3.5 ist natürlich einzuhalten, aber bei den aktuellen Temperaturen zieht es durch die Tore schon ordentlich. Habt ihr Erfahrungswerte, wie sich die Mischluftregelung am besten auf die Übergangszeit anpassen lässt, ohne dass der Energieverbrauch durch die Decke geht? Ich möchte ungern die ganze Nacht durchheizen, aber morgens um sieben soll die Halle eben schon bei 16 Grad liegen. Lohnt sich hier eventuell ein manueller Eingriff in die Zeitprogramme der Steuerung?
Industrie-Warmluftgeräte in der Werkstatt – Umstellung auf Sommer-/Winterbetrieb
Guten Tag Markus, als Meister im SHK-Handwerk rate ich Ihnen bei 5 Metern Deckenhöhe dringend zur Vorsicht bei der Reduktion des Außenluftanteils. Gemäß ASR A3.5 und der Arbeitsstättenverordnung müssen Sie bei Kfz-Werkstätten den Schadstoffausstoß, insbesondere Kohlenmonoxid und Stickoxide durch laufende Motoren, zwingend über die Außenluftrate verdünnen. Eine manuelle Drosselung der Klappen zur reinen Energieoptimierung kann hier die Grenzwerte für die Raumluftqualität im Handumdrehen verletzen. Ich empfehle Ihnen eher, die Gebäudeautomation auf eine lastabhängige Regelung umzustellen, sofern die Hardware das zulässt. Anstatt starrer Zeitprogramme sollten Sie über einen CO2- oder VOC-Sensor nachdenken, der den Außenluftanteil nur dann hochfährt, wenn tatsächlich Abgase oder eine gewisse Personenanzahl in der Halle vorhanden sind. Damit fahren Sie energetisch sicherer, ohne rechtliche Risiken einzugehen.
Hallo Markus, das Problem mit der Trägheit kenne ich aus meiner eigenen Werkstatt nur zu gut. Ich habe mich vor zwei Jahren für eine Kombination aus Zeitschaltuhr und einer leichten Nachtabsenkung entschieden. Wir heizen ab vier Uhr morgens vor, allerdings nur im Umluftbetrieb ohne Außenluftzufuhr, um die Aufheizzeit zu minimieren. Erst wenn die Belegschaft um sieben eintrifft, schaltet die Anlage automatisch auf den notwendigen Mindestaußenluftanteil um. Das spart massiv Heizkosten, da wir nicht die kalte Morgenluft aufwärmen müssen. Die Raumluftqualität war bisher bei unseren jährlichen Messungen nie ein Problem. Man muss nur penibel darauf achten, dass die Tore wirklich dicht sind, sonst verpufft die ganze Energieersparnis sofort wieder, wenn der Wind durch die Ritzen pfeift.
Danke für die schnellen Rückmeldungen! Jürgen, der Hinweis auf die Sensoren ist absolut berechtigt, ich werde mal prüfen, ob unsere Bestandsanlage per Bus-System um eine solche Sensorik erweiterbar ist. Das klingt nach einer sauberen Lösung, die auch bei einer eventuellen Betriebsprüfung rechtssicher wäre. Sabine, dein Ansatz mit dem Umluftbetrieb beim Aufheizen ist ein interessanter Kompromiss. Da wir um vier Uhr morgens noch keine Fahrzeuge in der Halle bewegen, dürfte das die Schadstoffbelastung nicht beeinflussen. Ich werde das mit meinem Techniker besprechen, ob wir das Zeitprogramm so programmieren können, dass der Außenluftanteil erst ab sieben Uhr sukzessive hochgefahren wird. Das könnte die Aufheizzeit um fast eine Stunde verkürzen.
Moin zusammen, seid bitte vorsichtig mit dem reinen Umluftbetrieb in einer Werkstatt. Wenn dort geschweißt wird oder mit Lösungsmitteln gearbeitet wird, sammeln sich Partikel, die ihr dann schön durch die Warmluftgeräte im Raum verteilt. Die ASR A3.5 ist zwar das eine, aber der Arbeitsschutz geht vor. Ich sehe das als Planer immer wieder kritisch. Meine Empfehlung: Prüfen Sie, ob Sie die Warmluftauslässe so einstellen können, dass die Luft gezielter in den Aufenthaltsbereich und nicht unter das Hallendach geblasen wird. Häufig wird die Energie unter der Decke verschwendet, während die Mechaniker am Boden frieren. Ein hydraulischer Abgleich der Wärmeverteilung, sofern wassergeführte Register vorhanden sind, wirkt hier oft Wunder und bringt mehr als jede manuelle Klappensteuerung.
Klaus hat völlig recht mit dem Decken-Phänomen. Wir haben in unserer Halle mittlerweile Deckenventilatoren nachgerüstet, die die Warmluft bei Bedarf nach unten drücken. Das hat unseren Energieverbrauch für die Heizung um fast fünfzehn Prozent gesenkt, weil die Thermostate an den Geräten deutlich früher abschalten. Wenn die Decke warm ist, aber am Boden 16 Grad erreicht sind, haben Sie viel gewonnen. Bei der Steuerung der Außenluftklappen würde ich mich nicht auf manuelle Eingriffe verlassen. Einmal vergessen, die wieder zu öffnen, und schon haben Sie Ärger mit der Berufsgenossenschaft, wenn die Konzentration der Stoffe zu hoch wird. Investieren Sie lieber in eine intelligente Regelung, die sich nach der tatsächlichen Hallentemperatur und der Auslastung richtet, nicht nur stur nach der Uhrzeit.
Vielen Dank für die wertvollen Tipps. Die Idee mit den Deckenventilatoren ist genial und wohl auch kostengünstiger umzusetzen als ein komplett neues Automations-Upgrade. Ich werde jetzt zweigleisig fahren: Zum einen prüfen wir die Machbarkeit der Sensor-Steuerung für die Außenluft und zum anderen schauen wir uns die Luftführung an. Das klingt nach einem sehr soliden Plan für den kommenden Winter. Es ist wirklich hilfreich, hier so unterschiedliche Perspektiven von Kollegen und Planern zu hören. Die rechtlichen Hinweise zur ASR A3.5 nehme ich sehr ernst, da möchte ich bei einer Begehung keine bösen Überraschungen erleben. Ich werde die Anlage jetzt erstmal auf die schonende Vorheizphase umstellen und die Werte im Auge behalten. Danke euch allen für die Unterstützung!
Passende Produkte aus unserem Shop

Daikin Kabel-Fernbedienung BRC073
Eine präzise Kabelfernbedienung ermöglicht eine direktere Steuerung der Klimaanlage, wodurch Sie flexibler auf Temperaturänderungen reagieren können, ohne auf die träge zentrale Gebäudeautomation angewiesen zu sein.
295,31 €

Mitsubishi Heavy Touch-Kabelfernbedienung RC-EX3A
Die intuitive Touch-Kabelfernbedienung gestattet eine detaillierte Parametrierung und manuelle Eingriffe, um Zuluftklappen und Heizzyklen in der Übergangszeit effizienter auf Ihre spezifischen Werkstattbedingungen abzustimmen.
230,99 €

Daikin Roundflow Zwischendeckengerät SkyAir-Serie FCAG35B-6 - 3,5|4,0kW Kühlen|Heizen
2.608,00 €
Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.
