Guten Tag, wir haben vor kurzem eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand installiert. Da wir im Haus noch Typ 33 Heizkörper nutzen, fahre ich die Anlage aktuell bei recht niedrigen Vorlauftemperaturen um die 38 Grad. Dabei fällt mir auf, dass die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf bei kalten Nächten auf unter 3 K sinkt. Ist ein so geringer Temperaturabfall bei modernen Invertern normal, oder sollte ich versuchen, die Umwälzpumpe der Heizkreise deutlich zu drosseln, um die Effizienz zu steigern? Ich mache mir Sorgen, dass bei dieser geringen Spreizung der Wärmeübergang an den Radiatoren nicht mehr optimal erfolgt und ich unnötig Strom für die Pumpe verbrauche. Ich freue mich über fachkundige Hinweise, ob man bei derartigen Installationen eher auf Volumenstrom oder auf die Spreizung für die JAZ optimieren sollte. Gibt es hier klare Richtwerte für die Übergangszeit, die man als Orientierung nutzen kann? Besten Dank für Ihre Mühe bei der Beantwortung.
Spreizung bei Radiatoren-Heizsystemen unter 40 Grad
Hallo Thomas, das ist ein klassisches Phänomen bei Wärmepumpen im Altbau mit großen Heizflächen. Wenn du bei 38 Grad Vorlauf nur 3 K Spreizung hast, deutet das auf einen sehr hohen Durchfluss hin. Das ist für die Effizienz des Verflüssigers in der Wärmepumpe eigentlich hervorragend, da der mittlere Temperaturunterschied im Wärmetauscher sinkt und somit der COP profitiert. Nach VDI 4645 sollte man hier nicht gegensteuern, solange die Heizkurve passt und die Bude warm wird. Das Drosseln der Pumpe spart zwar ein paar Watt an elektrischer Leistung, kann aber die Spreizung so weit erhöhen, dass der Rücklauf für die Wärmepumpe zu stark abkühlt und der Wirkungsgrad leidet. Lass es so laufen, solange die Taktung nicht zu kurz wird.
Guten Tag Thomas, ich schließe mich Markus an, möchte aber einen weiteren Punkt ergänzen. Wenn Sie die Umwälzpumpe drosseln, verändern Sie das gesamte hydraulische Gleichgewicht im Haus. Haben Sie nach dem Umbau auf die Wärmepumpe einen sauberen hydraulischen Abgleich durchgeführt? Falls die Radiatoren an verschiedenen Strängen unterschiedlich warm werden, bringt das Drosseln eher Probleme statt Einsparungen. Meine Erfahrung aus mehreren Projekten zeigt: Ein hoher Durchfluss bei kleiner Spreizung sorgt für eine gleichmäßige Wärmeabgabe über die gesamte Heizkörperfläche. Typ 33 Heizkörper haben ein enormes Volumen und funktionieren bei niedrigen Systemtemperaturen genau durch diesen Effekt exzellent. Solange die Stromaufnahme der Umwälzpumpe nicht völlig aus dem Ruder läuft, ist Ihr aktueller Betriebszustand energetisch absolut wünschenswert für eine hohe Jahresarbeitszahl.
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