Hallo zusammen, meine Luft-Wasser-Wärmepumpe läuft seit vergangenem Frühjahr. Jetzt, wo die Tage kürzer werden und die PV-Anlage weniger Ertrag liefert, merke ich, dass ich die Puffer-Hysterese anpassen muss, um nicht bei jedem kleinen Wolkenschaden den Heizstab zu aktivieren. Aktuell steht sie bei festen 2 Grad. Ich überlege, den Schwellenwert für die Warmwasserbereitung anzuheben, damit die WP am Nachmittag die Sonne voll ausnutzt, bevor die Temperaturen nachts fallen. Habt ihr Erfahrungswerte, wie stark man hier in die Parameter eingreifen sollte, ohne dass die Anlage zu oft taktet? Mich interessiert besonders, ob eine temperaturabhängige Anpassung der Hysterese in der Übergangszeit bei euch den Netzbezug spürbar gesenkt hat. Ich wäre für einen kurzen Austausch dankbar, da ich gerade versuche, mein System fit für den ersten richtigen Winterbetrieb zu machen. Vielen Dank für eure Einschätzungen und Tipps zur Konfiguration.
Optimierung der Hysterese beim PV-Überschuss-Betrieb
Hallo Markus, als SHK-Meister rate ich Ihnen zur Vorsicht. Eine zu kleine Hysterese führt unweigerlich zu einer Erhöhung der Taktfrequenz, was den Verschleiß des Verdichters unnötig beschleunigt. Wenn Sie die Warmwassertemperatur am Nachmittag anheben, um PV-Überschuss zu nutzen, achten Sie unbedingt auf die Einhaltung der Trinkwasserhygiene gemäß VDI 6023. Eine Überhitzung zur reinen Stromnutzung kann das Kalkrisiko massiv steigern. Ich empfehle Ihnen, eher mit einer zeitgesteuerten Anhebung der Zieltemperatur zu arbeiten, anstatt nur an der Hysterese zu drehen. Prüfen Sie zudem, ob Ihr System bereits einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B erhalten hat, da dies die Effizienz in der Übergangszeit wesentlich stärker beeinflusst als manuelle Anpassungen an den Schaltpunkten.
Hey Markus, spannendes Thema! Ich habe das bei meiner Wärmepumpe letzten Herbst auch versucht. Bei mir hat es am besten funktioniert, die Hysterese für die Warmwasserbereitung von 2 Grad auf 5 Grad zu erweitern. So springt die Pumpe nicht bei jeder kleinen Wolke an, sondern nutzt den PV-Strom gezielt für eine längere Laufzeit am Nachmittag. Seit ich das umgestellt habe, ist der Netzbezug bei mir um fast 15 Prozent gesunken. Aber Achtung: Achte darauf, dass du die Zieltemperatur nicht zu extrem wählst. Wenn das Wasser abends schon zu weit abgekühlt ist, muss die Wärmepumpe nachts doch wieder ran. Es ist ein Balanceakt, aber probier die 5 Grad Hysterese einfach mal ein paar Tage aus!
Danke für die schnellen Rückmeldungen! Thomas, danke für den Hinweis auf die VDI 6023, das hatte ich bei der Kalkproblematik gar nicht so sehr auf dem Schirm. Sabine, der Tipp mit den 5 Grad klingt sehr pragmatisch. Ich werde das wohl mal als Testlauf starten und die Taktzahlen über meine App genau im Auge behalten. Ein hydraulischer Abgleich wurde bei der Inbetriebnahme durch die Fachfirma bereits durchgeführt, das GEG-konforme Protokoll liegt mir vor. Ich werde versuchen, die Warmwasser-Soll-Temperatur nur um 3 bis 5 Kelvin anzuheben, sobald meine PV-Anlage über 2 kW Überschuss meldet. Mal sehen, ob das die Heizstab-Einsätze effektiv verhindert.
Guten Tag zusammen. Ich möchte noch einen Aspekt einwerfen: Die meisten modernen Wärmepumpen verfügen über eine Smarthome-Schnittstelle, die via SG-Ready die Leistungsaufnahme steuern kann. Markus, statt manuell an der Hysterese zu schrauben, wäre es sinnvoller, wenn Ihr Wechselrichter der Wärmepumpe das Signal zum Hochfahren gibt. Das ist sauberer gelöst als eine rein temperaturabhängige Steuerung. Bitte prüfen Sie bei solchen Optimierungen auch immer die Bedingungen Ihres Förderbescheids. Falls Sie die BEG-Förderung in Anspruch genommen haben, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Parameteränderungen die Jahresarbeitszahl nicht negativ beeinflussen. Oftmals ist das Werksprogramm effizienter, als man denkt, wenn das Haus eine gute thermische Trägheit besitzt.
Moin Markus, ich mache das bei meiner Anlage über eine externe Steuerung, die genau das macht, was Jürgen vorgeschlagen hat. Die Hysterese habe ich im Winter fest auf 3 Grad gelassen, um die Anlage zu schonen, und arbeite nur über die Verschiebung der Soll-Temperatur bei PV-Überschuss. Das schont den Kompressor ungemein. Denk auch daran, dass die ChemKlimaschutzV und die damit verbundenen Dichtheitsprüfungen bei großen Anlagen oft von einer gewissen Betriebsstundenzahl abhängen. Je weniger unnötige Starts du provozierst, desto länger hält der Kältekreis dicht. Mit einer intelligenten Ansteuerung der PV-Energie fährst du langfristig deutlich besser als durch das bloße Spiel mit den Hysteresewerten. Bleib dran, das System wird mit der Zeit immer effizienter!
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