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Durchflussmenge bei Heizkörpern nach Umrüstung auf Wärmepumpe

von Heike W. · 25.09.2026, 05:04 · 6 Aufrufe · 5 Antworten

Heike W. · 25.09.2026, 05:04

Guten Tag, wir haben vor Kurzem unsere alte Gastherme gegen eine Wärmepumpe getauscht. Im Erdgeschoss liegt Fußbodenheizung, aber im Obergeschoss haben wir weiterhin Heizkörper. Nun merke ich bei den aktuell kühleren Temperaturen, dass die Heizkörper im OG nur mäßig warm werden, obwohl die Vorlauftemperatur auf 45 Grad steht. Der Installateur meinte, das sei normal, aber für mich fühlt sich das nicht effizient an. Ich habe das Gefühl, dass der Durchfluss durch die Heizkörper einfach zu gering ist, um die Räume bei den morgendlichen 10 Grad Außentemperatur vernünftig zu erwärmen. Muss ich hier die Pumpenleistung der internen Umwälzpumpe manuell anheben oder liegt das Problem eher an einem fehlenden hydraulischen Abgleich? Ich möchte ungern den Stromverbrauch der WP in die Höhe treiben, nur weil das Wasser nicht schnell genug durch die Heizkörper zirkuliert. Für Tipps zur Vorgehensweise bei der Einstellung der Pumpenkennlinie wäre ich sehr dankbar. Welche Volumenströme sind in so einer gemischten Anlage eigentlich realistisch?

Markus K. · 25.09.2026, 05:04

Hallo Heike, das klingt nach einem klassischen Problem bei Mischinstallationen. Die 45 Grad Vorlauftemperatur sind für Heizkörper bei 10 Grad Außentemperatur eigentlich ordentlich, sofern die Heizflächen groß genug dimensioniert wurden. Wenn die Heizkörper nur lauwarm werden, deutet das meistens auf einen nicht korrekt durchgeführten hydraulischen Abgleich hin. Die Fußbodenheizung im EG hat einen deutlich höheren Widerstand und zieht sich meist das gesamte Volumen, wenn die Voreinstellungen an den Heizkörperventilen nicht passen. Ich würde Ihnen raten, zuerst die Ventile im Obergeschoss zu prüfen. Sind es voreinstellbare Ventile? Ohne den Abgleich nach VDI 4645 läuft die WP ineffizient, weil die Rücklauftemperatur zu hoch bleibt. Bevor Sie die Pumpenleistung der WP einfach blind hochdrehen, sollten Sie das Fachunternehmen verpflichten, den Abgleich nach dem GEG-Standard nachzuholen. Das spart auf Dauer massiv Stromkosten.

Heike W. · 25.09.2026, 05:04

Danke für die schnelle Einschätzung, Markus. Mein Installateur meinte beim Einbau nur, die Wärmepumpe würde das durch die intelligente Regelung schon irgendwie ausgleichen. Dass es da eine Norm wie die VDI 4645 gibt, war mir nicht bekannt. Ich habe gerade mal an den Heizkörpern geschaut, die haben tatsächlich Voreinstellungen. Kann ich als Laie da gefahrlos etwas an den Werten drehen, oder mache ich da mehr kaputt als gut? Ich möchte ungern den gesamten hydraulischen Plan der Anlage durcheinanderbringen, nur weil ich ungeduldig bin.

Thomas R. · 25.09.2026, 05:04

Als erfahrener SHK-Meister rate ich Ihnen dringend: Finger weg von den Voreinstellungen, wenn Sie keine Berechnungsunterlagen haben! Das ist kein Hexenwerk, erfordert aber das Wissen über die Heizlast jedes einzelnen Raumes. Wenn Sie die Durchflussmengen willkürlich ändern, riskieren Sie, dass die Wärmepumpe aufgrund eines zu geringen Mindestvolumenstroms regelmäßig in eine Störung geht oder ineffizient taktet. Die interne Umwälzpumpe steht bei modernen Geräten meist auf einer Kennlinie für konstanten Differenzdruck oder einen festen Volumenstrom. Suchen Sie in Ihrem Menü mal nach dem Punkt Volumenstrom-Anzeige. Wenn dieser Wert bei laufenden Heizkörpern unter das vom Hersteller geforderte Minimum fällt, ist die Pumpe tatsächlich zu schwach eingestellt. Aber Vorsicht: Strömungsgeräusche in den Ventilen sind ein sicheres Zeichen für zu hohen Druck. Ein ordentlicher Abgleich ist hier alternativlos.

Sabine F. · 25.09.2026, 05:04

Ich kann Thomas nur zustimmen. Bei uns war das nach der Sanierung letztes Jahr exakt das gleiche Bild. Wir haben unsere Heizkörper im OG gegen Niedertemperatur-Heizkörper getauscht, weil die alten Dinger bei 45 Grad einfach nicht genug Leistung brachten. Wir hatten zwar den hydraulischen Abgleich machen lassen, aber es war trotzdem fußkalt. Mein Tipp: Schauen Sie mal in die Einstellungen der Wärmepumpe, ob dort die Heizkurve vielleicht zu steil oder zu flach eingestellt ist. Manchmal hilft eine leichte Anhebung der Steigung, damit die WP bei kühleren Tagen früher mit der Leistung hochgeht. Aber bitte notieren Sie sich immer die Ausgangswerte, falls Sie im Menü etwas ändern. Seit wir das nachjustiert haben, laufen wir mit deutlich niedrigeren Kosten, und es ist endlich warm im Büro unter dem Dach.

Jürgen B. · 25.09.2026, 05:04

Kurz und knapp meine Einschätzung dazu: Heike, fordern Sie Ihren Installateur zur Nachbesserung auf. Wenn die Anlage als förderfähiges Projekt abgerechnet wurde, ist ein hydraulischer Abgleich zwingend vorgeschrieben, um die BEG-Förderung zu rechtfertigen. Wenn der Handwerker behauptet, das sei normal, dann ist das fachlich einfach falsch. Die Spreizung zwischen Vorlauf und Rücklauf sollte bei diesen Temperaturen nicht mehr als 5 bis 7 Kelvin betragen. Wenn diese größer ist, haben Sie zu wenig Durchfluss. Lassen Sie den Fachmann den Durchfluss messen und protokollieren. Sie zahlen schließlich viel Geld für die Effizienz der Anlage. Das ist kein Komfortproblem, sondern ein Mangel in der Inbetriebnahme. Lassen Sie sich nicht mit Ausreden abspeisen, sondern verlangen Sie das Übergabeprotokoll inklusive der Einstellwerte.

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