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Split-Klimaanlage zum Zuheizen: Welchen COP darf man bei 5 Grad Außentemperatur erwarten?

von Markus T. · 25.09.2026, 05:04 · 36 Aufrufe · 4 Antworten

Markus T. · 25.09.2026, 05:04

Guten Tag zusammen. Da es nun abends deutlich abkühlt, möchte ich meine Split-Klimaanlagen im Wohnbereich verstärkt zum Zuheizen nutzen. Bei den aktuellen Außentemperaturen um die fünf Grad Celsius frage ich mich, mit welchem Wirkungsgrad ich realistisch planen kann. In den Herstellerdatenblättern steht zwar der nominelle COP, aber wie stark bricht dieser Wert in der Praxis durch die häufigeren Abtauzyklen bei hoher Luftfeuchtigkeit im Herbst ein? Mein Ziel ist es, den Gasverbrauch der Zentralheizung zu minimieren, sofern die Außentemperatur nicht zu tief fällt. Gibt es hier Erfahrungswerte von anderen Nutzern, wie stark sich der tatsächliche Stromverbrauch gegenüber den Katalogwerten verändert, wenn das Gerät nicht nur im Nennlastpunkt arbeitet? Ich möchte meine Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Übergangszeit etwas präziser anpassen. Ich freue mich über Ihre fachliche Einschätzung oder Tipps, worauf ich bei der Regelung der Inverter-Geräte achten sollte, um den Effizienzverlust durch ständiges Ein- und Ausschalten zu minimieren.

Andreas K. · 25.09.2026, 05:04

Guten Tag Markus, als SHK-Meister kann ich Ihnen aus der Praxis berichten, dass die COP-Angaben der Hersteller für den Nennbetrieb nach EN 14511 zwar eine gute Vergleichsbasis bieten, die Realität bei 5 Grad Außentemperatur aber deutlich komplexer ist. Rechnen Sie bei dieser Temperatur eher mit einem Arbeitswert von 3,0 bis 3,5, statt mit den oft beworbenen Werten über 4,0. Viel hängt von der relativen Luftfeuchtigkeit ab. Bei feuchtkaltem Wetter schlägt die Vereisung des Außenwärmetauschers voll durch, was zusätzliche Energie für den Abtauzyklus frisst. Mein Tipp für Ihre Steuerung: Vermeiden Sie ein schnelles Ein- und Ausschalten. Lassen Sie die Inverter-Geräte lieber auf niedriger Stufe durchlaufen. Das schont die Mechanik und hält die Raumtemperatur konstant, was energetisch deutlich effizienter ist als das Aufheizen ausgekühlter Wände.

Sabine M. · 25.09.2026, 05:04

Hallo Markus, ich nutze meine Split-Geräte seit drei Jahren genau so, wie du es planst, und habe die Stromverbräuche per Smart-Meter genau im Blick. Bei 5 Grad Außentemperatur beobachte ich einen Anstieg des Stromverbrauchs um etwa 15 bis 20 Prozent im Vergleich zum reinen Nennbetrieb, vor allem wenn der Nebel morgens aufzieht. Dennoch lohnt sich das Zuheizen im Vergleich zu meiner alten Gastherme massiv, da die Gaspreise ja weiterhin hoch sind. Wichtig ist bei der Regelung, dass du die Zieltemperatur nicht zu extrem wählst. Wenn du das Gerät auf 22 Grad stellst, ackert der Inverter ständig gegen den Fühler an. Versuche lieber eine konstante, etwas niedrigere Temperatur zu halten, dann bleibt der Stromfluss gleichmäßig und du vermeidest die Lastspitzen beim Hochfahren.

Markus T. · 25.09.2026, 05:04

Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Das hilft mir bei meiner Kalkulation enorm weiter. Besonders der Hinweis von Sabine auf den 20-prozentigen Aufschlag bei feuchter Witterung ist genau der Erfahrungswert, nach dem ich gesucht habe. Ich werde das jetzt mal für einen Monat mit einem Zwischenzähler testen. Andreas, das mit dem Durchlaufenlassen ergibt absolut Sinn. Ich hatte bisher oft die Automatik genutzt, die das Gerät bei erreichter Temperatur abschaltet. Werde nun manuelle Stufen wählen, die den Raum nur temperieren. Mal sehen, wie sich das auf die Taktung auswirkt.

Thomas R. · 25.09.2026, 05:04

Guten Tag, darf ich noch einen Aspekt ergänzen? Achten Sie bei der Installation und Nutzung bitte auch auf die geltenden Richtlinien zur Anlageneffizienz. Gemäß GEG und in Anlehnung an die VDI 4645 sollte auch bei Split-Geräten darauf geachtet werden, dass die Kondensatführung im Winter frostfrei bleibt, da sonst das Eis am Gerät Schäden verursachen kann. Bei den aktuellen Temperaturen ist das zwar noch kein großes Thema, aber sobald es Richtung Gefrierpunkt geht, wird das zum entscheidenden Faktor für die Lebensdauer. Sollten Sie über eine größere energetische Sanierung nachdenken, prüfen Sie zudem, ob bei einer späteren Koppelung mit einer Wärmepumpe eine BEG-Förderung in Betracht kommt. Auch wenn die Split-Klimageräte meist eigenständig laufen, ist eine fachgerechte Inbetriebnahme durch einen zertifizierten Betrieb nach ChemKlimaschutzV für den Erhalt der Gewährleistung und die Effizienz essenziell.

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