Guten Tag zusammen. Ich betreibe eine Lagerhalle mit ca. 6 Metern Deckenhöhe und heize aktuell noch klassisch über Gas-Warmlufterzeuger. Da die Energiekosten bekanntlich nicht sinken und wir nun langsam in die Heizperiode starten, überlege ich, Deckenventilatoren zur Destratifikation nachzurüsten. Meine Frage an die Fachleute hier im Forum: Ab welcher durchschnittlichen Hallentemperatur oder bei welcher Art der Wärmeverteilung macht die Anschaffung technisch wirklich Sinn? Ich möchte ungern unnötig Strom verbrauchen, wenn der Effekt in meiner Halle eher marginal ausfällt. Gibt es hier Erfahrungswerte, wie stark die Vorlauftemperatur bzw. der Gasverbrauch bei moderaten Außentemperaturen im Herbst durch die Rückführung der warmen Luft unter der Decke tatsächlich gesenkt werden kann? Über eine Einschätzung zur Amortisation und zur richtigen Platzierung der Ventilatoren wäre ich sehr dankbar. Ich möchte vermeiden, dass wir unten im Arbeitsbereich durch den Luftstrom eher Zugerscheinungen bekommen, während oben die Wärme nutzlos unter dem Dach hängt. Vielen Dank für Ihre Expertise.
Deckenventilatoren zur Destratifikation: Ab wann rechnet sich das bei 6m Hallenhöhe?
Hallo Marcus, bei 6 Metern Hallenhöhe ist die Stratifikation physikalisch bedingt massiv. Erfahrungsgemäß verlieren Sie dort locker 3 bis 5 Grad Celsius an Temperatur, die sich ungenutzt unter der Decke staut. Wir installieren in solchen Objekten meist HLVS-Ventilatoren, also High-Volume-Low-Speed-Modelle. Diese arbeiten extrem effizient und führen die Wärme sanft nach unten, ohne dass Ihre Mitarbeiter im Arbeitsbereich Zugerscheinungen wahrnehmen. Technisch betrachtet rechnet sich das meist schon bei Hallen ab 4 Metern Höhe. Die Amortisationszeit liegt durch die Gasersparnis oft bei nur zwei bis drei Jahren. Da Sie aktuell klassische Warmlufterzeuger nutzen, ist die Schichtung extrem stark ausgeprägt. Ein hydraulischer Abgleich spielt hier zwar keine direkte Rolle wie bei wassergeführten Systemen, aber die Steuerung der Ventilatoren sollte zwingend über einen Temperatursensor unter dem Dach erfolgen, damit sie nur bei Bedarf laufen.
Moin Marcus, ich kann Stefan da nur zustimmen. In meiner Lagerhalle mit ähnlicher Höhe haben wir vor drei Jahren auf destratifizierende Ventilatoren umgestellt und die Gasrechnung ist seitdem spürbar gesunken. Man darf dabei nicht nur auf die reine Energieeinsparung schauen, sondern auch auf den Komfort. Wenn es unten wärmer ist, müssen Sie die Warmlufterzeuger nicht so hoch jagen, was den Verschleiß der Brenner minimiert. Ich würde Ihnen empfehlen, bei der Montage auf eine ausreichende Dimensionierung der Flügelblätter zu achten. Wenn Sie das günstigste Modell nehmen, müssen die Lüfter zu schnell drehen, um die Luftmasse zu bewegen, was dann wieder zum gefürchteten Luftzug führt. Wir haben uns für große, langsam drehende Blätter entschieden. Das läuft lautlos und ist im Betrieb kaum wahrnehmbar. Prüfen Sie auch, ob Sie im Rahmen des GEG oder für die Effizienzsteigerung Ihrer Anlagentechnik Fördermittel über die BEG beantragen können.
Vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten an euch beide! Das klingt nach einem sehr plausiblen Ansatz, besonders der Hinweis mit der Drehzahl der HLVS-Ventilatoren leuchtet mir ein. Ich hatte bisher Sorge, dass man durch die Ventilatoren den Arbeitsbereich eher auskühlt, aber die Schilderung von Carsten klingt sehr beruhigend. Den Gedanken mit den Fördermitteln werde ich definitiv verfolgen, da wir ohnehin über eine Modernisierung der gesamten Heizungsanlage nachdenken müssen. Stefan, du sprachst den Temperatursensor unter dem Dach an. Macht es Sinn, hier eine intelligente Regelung zu implementieren, die die Ventilatoren bei Erreichen einer gewissen Differenztemperatur automatisch zuschaltet? Ich möchte ungern manuelle Schalter installieren, die am Ende doch keiner bedient. Gibt es da bewährte Steuerungskonzepte, die man unkompliziert mit bestehenden Systemen koppeln kann, ohne direkt eine komplett neue Gebäudeleittechnik einbauen zu müssen?
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