Guten Tag zusammen, ich beschäftige mich aktuell mit der Einstellung meiner Luft-Wasser-Wärmepumpe für die anstehende Heizperiode. Da wir nun öfter kühlere Tage haben, stellt sich mir die Frage, wie streng ich das Legionellen-Schutzprogramm handhaben sollte. Derzeit läuft die Anlage auf einem moderaten Temperaturniveau, um effizient zu arbeiten, aber das tägliche Aufheizen auf 60 Grad frisst mir bei den aktuellen Temperaturen schon wieder zu viel Strom. Meine Überlegung ist, das Intervall für die thermische Desinfektion deutlich zu strecken oder sogar ganz auszusetzen, sofern das Trinkwassernetz im Haus regelmäßig genutzt wird. Gibt es hier im Forum Erfahrungen, ob bei einem modernen System mit ausreichend großem Speicher und einem hohen täglichen Durchsatz wirklich diese wöchentliche Volllast notwendig ist? Ich möchte die Jahresarbeitszahl nicht unnötig durch das ständige Hochheizen verschlechtern. Ich freue mich über fachliche Einschätzungen, ob dieser Schritt technisch vertretbar ist oder ob ich damit ein Sicherheitsrisiko eingehe, das ich bei meiner Planung übersehen habe.
Legionellen-Schutzprogramm bei Wärmepumpen – Notwendigkeit in der Übergangszeit?
Guten Tag Markus, als SHK-Meister kann ich Ihnen da aus technischer Sicht eine klare Richtung geben. Die Empfehlung nach DIN 1988-200 sieht vor, dass in Trinkwassererwärmungsanlagen Temperaturen von mindestens 60 Grad im Speicher herrschen sollten, um das Wachstum von Legionellen wirksam zu unterbinden. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit regelmäßigem Wasserwechsel ist das Risiko bei modernen, korrekt dimensionierten Speichern zwar geringer, aber rechtlich bewegen Sie sich auf dünnem Eis. Besonders wenn Sie Vermieter wären, käme eine Aussetzung gar nicht infrage. Als Eigentümer im selbstgenutzten Objekt tragen Sie zwar die Verantwortung selbst, aber denken Sie an die Gewährleistung. Wenn Sie das Intervall strecken, machen Sie das auf eigenes Risiko. Mein Rat: Versuchen Sie lieber, die Ladezeiten für die Legionellenschaltung in den Mittagsstunden festzulegen, wenn die Außentemperaturen höher sind. Das schont die JAZ spürbar mehr als die komplette Deaktivierung.
Hallo Markus, ich kann deinen Ärger über den Stromverbrauch absolut verstehen! Wir haben bei uns zu Hause vor zwei Jahren den Speicher gegen ein Modell mit extrem großer Wärmetauscherfläche getauscht. Seitdem schaffen wir die 60 Grad in deutlich kürzerer Zeit und die Wärmepumpe muss nicht so brutal ackern. Vorher war das bei uns auch ein riesiger Stromfresser. Hast du schon mal geprüft, ob deine Speicher-Ladepumpe hydraulisch optimal abgeglichen ist? Bei uns hat der hydraulische Abgleich nach VDI 4645 dazu geführt, dass der Speicher viel gleichmäßiger durchgeladen wird. Seitdem reicht uns eine thermische Desinfektion alle zwei Wochen völlig aus, da das System insgesamt effizienter läuft. Sprich doch mal mit deinem Fachbetrieb, ob eine Anpassung der Volumenströme bei dir möglich ist. Das bringt oft mehr als das komplette Abschalten der Sicherheitsfunktion.
Danke für die schnellen Rückmeldungen! Andreas, der Hinweis mit den Mittagsstunden ist ein guter Punkt, das werde ich programmieren. Ich hatte die Schaltung bisher auf den frühen Morgen gelegt, was natürlich bei den kalten Nachttemperaturen ineffizient war. Die Mittagsstunden sollten den COP deutlich verbessern. Sandra, der Tipp mit dem hydraulischen Abgleich ist interessant. Mein System ist erst drei Jahre alt, aber ich bin mir nicht sicher, ob der Fachbetrieb damals wirklich jeden Strang perfekt eingeregelt hat. Ich werde das bei der nächsten Wartung mal explizit ansprechen. Ist es technisch vertretbar, bei einem modernen Speicher mit 300 Litern und einer täglichen Entnahme von über 200 Litern die Temperatur auf 55 Grad zu begrenzen, wenn man das Legionellenprogramm beibehält? Mir geht es primär darum, die Stromspitzen der Heizstäbe zu vermeiden, falls die WP das bei Minusgraden nicht alleine schafft.
Markus, kurz und knapp: Finger weg vom Abschalten. In der Übergangszeit ist das Legionellenrisiko durch die Stagnation in den Leitungen oft höher als im tiefen Winter, da das Wasser im Speicher öfter mal knapp unter der kritischen Grenze dümpelt. Wenn Sie die elektrische Zusatzheizung vermeiden wollen, setzen Sie lieber den Bivalenzpunkt Ihrer Wärmepumpe korrekt fest. Sollte die Anlage bei 55 Grad Sollwert den Heizstab zur Unterstützung hinzuziehen, liegt das oft an einer zu knapp dimensionierten Wärmetauscherfläche im Speicher, nicht an der WP selbst. Prüfen Sie, ob Ihre Anlage eine Legionellenschutzfunktion per Zirkulationsleitung unterstützt. Wenn Sie keine Zirkulation haben, ist das Risiko ohnehin ein anderes. Bleiben Sie bei 60 Grad, aber optimieren Sie die Laufzeit. Alles andere ist bei Trinkwasser aus hygienischer Sicht leichtfertig.
Passende Produkte aus unserem Shop

Olimpia Splendid Olimpia Splendid Brauchwasserwärmepumpe SHERPA SHW S2 260S - 251 Liter
Diese Brauchwasser-Wärmepumpe bietet eine effiziente Warmwasserbereitung mit großem Speicher, was den täglichen Durchsatz optimiert und das Legionellen-Risiko im Vergleich zu kleinen Speichern deutlich reduziert.
2.238,43 €

Haier Warmwasserwärmepumpe HP250M7C-F9 - 240 Liter - 320 W R290 + zusätzlichem Wärmetauscher
Durch den integrierten Wärmetauscher und das optimierte Speichervolumen unterstützt dieses Modell eine bedarfsgerechte Warmwasserbereitung, die unnötige Heizzyklen für den Legionellen-Schutz minimieren helfen kann.
1.812,60 €
![[Paket] MundoClima Monoblock-Wärmepumpen-SET MUAMR-10-H14 + FISH S15 200X - 8,9|10,0 kW Kühlen|Heizen - R290](https://cdn02.plentymarkets.com/yx6x9qu2fxqp/item/images/1097574/full/157768.jpg)
[Paket] MundoClima Monoblock-Wärmepumpen-SET MUAMR-10-H14 + FISH S15 200X - 8,9|10,0 kW Kühlen|Heizen - R290
5.346,00 €
Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.
