Hey Leute, meine Klimaanlage hat jetzt den ganzen Sommer über durchgehend den Dachboden kühl gehalten. Jetzt, wo es nachts schon deutlich unter 10 Grad geht, will ich die Kiste auf Heizbetrieb umstellen. Muss ich das Gerät irgendwie speziell vorbereiten oder reicht es, einfach die Fernbedienung auf Sonne zu stellen? Ein Kumpel meinte neulich, man solle das Gerät vor der Heizsaison einmal im Entfeuchtungsmodus laufen lassen, um den Wärmetauscher trocken zu bekommen. Ist da was dran oder ist das eher Voodoo? Ich will nicht, dass sich da jetzt über den Winter im Gehäuse der Gammel bildet, wenn die Luftfeuchtigkeit draußen wieder steigt. Wie handhabt ihr das? Gibt es bei modernen Inverter-Geräten vielleicht eine automatische Standby-Heizung für das Öl im Kompressor, die man vor dem ersten Einschalten aktivieren sollte? Bin dankbar für eure Erfahrungen aus der Praxis.
Wartungsmodus bei Inverter-Geräten für den Winter
Hallo Jens, das ist eine berechtigte Frage. Als SHK-Meister empfehle ich dir, das Gerät keinesfalls nur per Fernbedienung zu starten. Zuerst solltest du die Filter reinigen, da sich dort über den Sommer einiges an Staub angesammelt hat, was den Luftstrom und die Effizienz im Heizbetrieb massiv verschlechtert. Dein Kumpel liegt mit dem Entfeuchtungsmodus gar nicht so falsch, das sorgt für ein trockenes Innenleben. Achte aber darauf, dass die Außentemperatur beim ersten Start nicht zu tief liegt. Bezüglich der Ölsumpfheizung: Viele moderne Inverter-Geräte haben diese integriert. Die schaltet sich bei Kälte automatisch zu, sofern das Gerät am Stromnetz bleibt. Bitte schalte die Anlage also nicht per Sicherung ganz stromlos, sondern lass sie im Standby. So verhinderst du, dass das Kältemittel im Kompressor kondensiert, was beim nächsten Start zu Flüssigkeitsschlägen führen könnte. Wenn du sichergehen willst, lass einen Fachbetrieb nach ChemKlimaschutzV kurz die Dichtheit und Drücke prüfen.
Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, Markus. Das mit der Stromversorgung habe ich bisher gar nicht bedacht, ich hatte den Schutzschalter im Keller bisher immer rausgenommen, wenn die Saison vorbei war. Das werde ich dann wohl ändern müssen. Filter habe ich schon gereinigt, die sahen nach dem Sommerbetrieb tatsächlich ziemlich grau aus. Meinst du, die Standby-Heizung braucht viel Strom? Ich versuche gerade, meinen Gesamtverbrauch im Blick zu behalten, besonders im Hinblick auf das GEG, falls ich später noch eine Wärmepumpe für die Heizung nachrüste. Lohnt es sich, die Anlage bei extremer Kälte nachts ganz abzuschalten, oder ist der Verschleiß dann zu hoch?
Hallo zusammen, ich bin Bauherrin und habe mich letztes Jahr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, weil wir für unsere BEG-Förderung die Effizienz der Luft-Luft-Wärmepumpen nachweisen mussten. Jens, lass das Ding bloß an! Das ständige An- und Ausschalten belastet den Inverter-Kompressor extrem. Wir haben unsere Klimageräte jetzt den zweiten Winter durchlaufen lassen. Die Standby-Heizung verbraucht im Jahr nur wenige Kilowattstunden, das merkst du auf der Stromrechnung kaum. Wir lassen die Anlage auf einer moderaten Dauer-Temperatur laufen, anstatt sie abends abzustellen. Das ist viel schonender und hält die Bausubstanz trocken. Wenn das Gerät taktet, weil es zu schnell warm wird, verliert man viel Energie. Ich finde, man sollte hier eher auf eine gute Isolierung und die richtige Auslegung nach VDI 4645 achten, anstatt sich wegen ein paar Watt Standby-Verbrauch verrückt zu machen.
Kurz und knackig: Sabine hat völlig recht. Das Abschalten per Sicherung ist kontraproduktiv. Ich betreibe seit acht Jahren Inverter-Geräte und schalte die nie ab. Die Elektronik und das Öl im System danken es dir durch eine deutlich längere Lebensdauer. Die Geschichte mit dem Entfeuchtungsmodus ist für den Privatgebrauch ein nettes Extra, aber absolut kein Muss, solange die Anlage regelmäßig gewartet wird. Wichtig ist bei modernen Anlagen nur, dass du beim ersten Heizstart nicht direkt auf Volllast gehst. Lass das System sich langsam auf die gewünschte Raumtemperatur hinarbeiten. Viele Leute machen den Fehler, direkt auf dreißig Grad zu stellen, was den Anlaufstrom unnötig in die Höhe treibt. Bleib entspannt, lass die Anlage am Netz und reinige lieber zweimal im Jahr die Lamellen gründlich.
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