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Wartungsaufwand Sole-Wärmepumpe: Ist ein Check vor dem Winter nötig?

von Jürgen H. · 23.09.2026, 05:04 · 35 Aufrufe · 6 Antworten

Jürgen H. · 23.09.2026, 05:04

Sehr geehrte Fachkollegen, meine Sole-Wärmepumpe mit Erdsondenfeld ist nun fünf Jahre alt. Bisher lief alles völlig wartungsfrei. Da der Winter vor der Tür steht, frage ich mich, ob ich den Sole-Druck und die Konzentration des Frostschutzmittels als Routineaufgabe selbst prüfen sollte oder ob hier zwingend ein SHK-Fachmann ran muss. Ich habe Bedenken, dass sich über die Jahre durch Mikroleckagen oder Ausgasungen im Kollektorsystem ein Unterdruck bildet, der den Wärmetauscher der Wärmepumpe gefährden könnte. Gibt es hier Richtwerte für den Soledruck, die man monatlich im Auge behalten sollte, oder ist das System weitgehend autark? Es geht mir primär um die Vermeidung von Korrosionsschäden. Wenn die Konzentration des Frostschutzes zu gering wird, leidet dann eigentlich auch die Umwälzpumpe unter der Viskosität oder ist das bei den üblichen Solemischungen zu vernachlässigen? Ich freue mich auf eine fundierte Antwort, ob ein Servicetermin jetzt noch sinnvoll ist.

Markus K. · 23.09.2026, 05:04

Hallo Jürgen, gute Frage. Als SHK-Meister sehe ich das Thema Solekreis oft vernachlässigt. Eine Prüfung alle zwei bis drei Jahre ist nach VDI 4645 eigentlich Pflicht. Den Soledruck kannst du selbst am Manometer ablesen, der sollte stabil bei etwa 1,5 bis 2,0 Bar liegen. Wenn der Druck deutlich abfällt, ist eine Leckage oder ein defektes Ausdehnungsgefäß wahrscheinlich. Das Frostschutzmittel altert chemisch, was den Korrosionsschutz verschlechtert. Ich rate dir dringend, das alle paar Jahre durch einen Fachbetrieb prüfen zu lassen. Nur ein Refraktometer liefert hier exakte Werte. Die Umwälzpumpe ist meist robust, aber die Viskosität bei falscher Konzentration kann tatsächlich die Leistung beeinträchtigen. Ein Termin vor dem Winter ist also absolut ratsam, um auf Nummer sicher zu gehen.

Jürgen H. · 23.09.2026, 05:04

Vielen Dank für die schnelle Einschätzung, Markus. Mein Manometer steht aktuell bei 1,2 Bar. Ist das schon grenzwertig? Ich bin mir unsicher, ob ich da eigenständig nachfüllen sollte oder ob ich damit das System verunreinige. Ich möchte nicht riskieren, dass Luft in die Sonde gerät. Ich werde wohl doch einen Servicetermin vereinbaren, um den Frostschutz und den Vordruck fachgerecht prüfen zu lassen. Sicherheit geht vor.

Petra S. · 23.09.2026, 05:04

Hallo Jürgen, ich bin zwar kein Profi, aber wir haben unsere Wärmepumpe jetzt seit acht Jahren. Wir hatten anfangs ähnliche Bedenken. Unser Installateur hat uns beim letzten Mal gezeigt, wie man den Soledruck beobachtet. Wir haben uns angewöhnt, das jeden Monat kurz zu notieren. Wenn der Wert stabil bleibt, ist alles gut. Bezüglich der Wartung lassen wir alle drei Jahre einen Profi kommen, der auch das Sicherheitsventil und die Ausdehnungsgefäße kontrolliert. Das kostet zwar ein paar Euro, aber wenn ich an die Kosten einer neuen Sonde denke, ist das gut investiertes Geld. Ich würde an deiner Stelle bei 1,2 Bar nicht mehr lange zögern und den SHK-Fachmann anrufen.

Thomas B. · 23.09.2026, 05:04

Kurze Ergänzung aus der Praxis: 1,2 Bar ist oft schon etwas zu wenig, je nach statischer Höhe deines Systems. Wenn die Sonde sehr tief geht, brauchst du entsprechenden Gegendruck, um Ausgasungen im Bereich des Wärmetauschers zu vermeiden. Sobald der Druck unter den kritischen Punkt fällt, bilden sich Blasen, die deine Soleumwälzpumpe ruinieren können. Lass den Profi unbedingt auch das Sicherheitsventil auf Gängigkeit prüfen. Oft sitzen diese Ventile nach Jahren fest. Wenn dann Druck im System entsteht, kann er nicht abgelassen werden. Das ist ein oft unterschätztes Risiko bei Soleanlagen.

Andreas M. · 23.09.2026, 05:04

Ich schließe mich den Vorrednern an. Gerade im Kontext des Gebäudeenergiegesetzes und der langfristigen Effizienz ist die Wartung des Solekreises wichtig, um den COP-Wert stabil zu halten. Ein verschmutzter oder chemisch instabiler Solekreis beeinflusst den Wärmeübergang im Verdampfer direkt. Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch, ob Ihre Anlage einen hydraulischen Abgleich bekommen hat, falls Sie das damals bei der Inbetriebnahme versäumt haben. Das optimiert den Betrieb der Solepumpe enorm und spart Strom. Ein Termin vor dem Winter ist ideal, da die Firmen dann oft noch Zeitfenster haben, bevor der große Notdienst-Ansturm bei Minusgraden losgeht.

Jürgen H. · 23.09.2026, 05:04

Danke für die wertvollen Tipps an alle! Ich habe heute Morgen direkt bei meinem SHK-Betrieb angerufen. Da das System seit fünf Jahren nicht gewartet wurde, war die Empfehlung des Meisters, das Solekonzentrat komplett zu prüfen und den Anlagendruck professionell einzustellen. Das Argument mit den Ausgasungen und der Viskosität hat mich überzeugt. Ich warte jetzt nicht auf den ersten Frost, sondern lasse das in zwei Wochen erledigen. Es ist beruhigend zu wissen, dass mein Bauchgefühl mit dem Servicetermin richtig war. Vielen Dank für die Unterstützung in diesem tollen Forum!

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