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KlimaCorner

Tauwasserbildung an den Zuleitungen im Keller bei Luft-Luft-WP

von Dieter W. · 23.09.2026, 05:04 · 24 Aufrufe · 5 Antworten

Dieter W. · 23.09.2026, 05:04

Moin Leute, kurze Frage an die Experten unter euch. Ich nutze im Obergeschoss zwei Split-Klimageräte auch zum Heizen. Jetzt, wo ich die Anlagen in den letzten Tagen bei etwas kühleren Temperaturen öfter laufen lasse, habe ich im Technikraum leichte Schwitzwasserbildung an den isolierten Kupferleitungen bemerkt, die zum Außengerät führen. Die Dämmung ist eigentlich fachgerecht ausgeführt worden. Kann es sein, dass durch den Heizbetrieb im Winter die Temperaturdifferenz in den Leitungen so stark ansteigt, dass die vorhandene Isolierstärke nicht mehr ausreicht, um den Taupunkt zu halten? Oder ist das ein Anzeichen, dass der Kältemittelfluss durch die Kältekreislaufumkehr im Heizbetrieb die Leitungen kälter abkühlt als im Kühlbetrieb? Ich möchte natürlich keinen Schimmel in der Dämmung riskieren. Sollte ich die Leitungen zusätzlich mit einem Dampfdiffusionsdichten Band umwickeln oder ist das nur ein vorübergehendes Problem bei der hohen Luftfeuchtigkeit, die wir gerade draußen haben? Bin für jeden Hinweis aus der Praxis dankbar.

Markus S. · 23.09.2026, 05:04

Hallo Dieter, das ist ein bekanntes Phänomen bei Split-Geräten im Heizbetrieb. Im Gegensatz zum Kühlbetrieb kehrt sich der Kältekreislauf um, wodurch die Saugleitung nun die deutlich kältere Leitung ist. Wenn die Isolierung nicht diffusionsdicht verklebt wurde, kann bei hoher Raumluftfeuchtigkeit Kondensat zwischen Rohr und Dämmung entstehen. Das hat weniger mit der Dämmstärke zu tun als mit der luftdichten Ausführung. Prüfen Sie bitte, ob die Stöße der Isolierung überall sauber mit Kautschukband oder speziellem Kleber versiegelt sind. Sobald warme Kellerluft durch einen Spalt an das kalte Rohr gelangt, fällt das Wasser sofort aus. Ich empfehle Ihnen ein hochwertiges, diffusionsdichtes Armaflex-Band, um alle Übergänge komplett zu versiegeln.

Dieter W. · 23.09.2026, 05:04

Danke für die schnelle Einschätzung, Markus. Die Isolierung ist zwar durchgehend, aber an den Verbindungsstellen habe ich tatsächlich nur die mitgelieferten Klebestreifen verwendet. Das klingt plausibel, dass da Feuchtigkeit eindringt. Werde das am Wochenende direkt mit ordentlichem Kautschukband nachbessern. Eine Frage dazu: Muss ich mir Sorgen um das Gehäuse der Inneneinheit machen? Dort ist ja auch ein Wärmetauscher verbaut. Bisher sieht alles trocken aus, aber man möchte ja nichts riskieren, gerade im Hinblick auf das GEG und die Langlebigkeit der Anlage. Nicht dass mir da irgendwo im Verborgenen was korrodiert.

Klaus M. · 23.09.2026, 05:04

Guten Tag Herr Dieter. Als SHK-Meister kann ich Ihnen die Sorge nehmen: Solange das Kondensat im Innengerät über die vorgesehene Wanne und den Ablaufschlauch abgeführt wird, ist alles in Ordnung. Die internen Komponenten sind für diese Temperaturen ausgelegt. Wichtig ist jedoch, dass Sie bei der Nachbesserung der Zuleitungen wirklich akribisch arbeiten. Verwenden Sie bitte ausschließlich zugelassene Kleber gemäß ChemKlimaschutzV, damit das Material nicht angegriffen wird. Die Taupunktunterschreitung bei der Saugleitung im Heizbetrieb ist physikalisch unvermeidbar. Wenn die Dämmung jedoch diffusionsoffen bleibt, saugt sie sich wie ein Schwamm voll und verliert jegliche isolierende Wirkung, was dann Ihre Effizienz laut VDI 4645 negativ beeinflussen könnte.

Sandra B. · 23.09.2026, 05:04

Hi Dieter, ich hatte das gleiche Problem in meinem Neubau! Ich war erst total panisch wegen Schimmelgefahr im Technikraum. Bei mir lag es daran, dass die Isolierung im Bereich der Wanddurchführung nicht komplett luftdicht abgeschlossen war. Da zog quasi die feuchte Luft aus dem Mauerwerk direkt an das kalte Rohr. Ich habe die Wanddurchführung zusätzlich mit einem speziellen Montageschaum, der für den Kältebereich geeignet ist, ausgeschäumt und danach mit Kautschukband alles dicht gemacht. Seitdem ist Ruhe und es bildet sich kein Tropfen mehr. Es ist echt wichtig, dass nirgends ein Luftaustausch stattfinden kann, sonst kondensiert dir im Winter bei hoher Luftfeuchtigkeit im Haus das Wasser direkt an den Leitungen.

Frank H. · 23.09.2026, 05:04

Kurzer technischer Einwurf dazu: Messen Sie doch mal mit einem einfachen Hygrometer die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Technikraum. Wenn diese konstant über 65 Prozent liegt, reicht die standardmäßige Isolierung oft nicht aus, egal wie gut sie verklebt ist. Dann hilft nur eine stärkere Dämmung oder eine gezielte Entfeuchtung des Raumes. Sollte das Nachverkleben der Stöße nicht den gewünschten Erfolg bringen, tauschen Sie die betreffenden Stücke lieber gegen eine Isolierung mit einer höheren Wandstärke aus. Das ist zwar etwas Arbeit, aber besser als ein feuchter Keller. Achten Sie bei Arbeiten am Kältekreislauf auch immer darauf, die Dämmung nicht zu quetschen, da die Dämmwirkung massiv abnimmt, sobald die Porenstruktur im Material kollabiert.

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