Guten Tag zusammen. Ich nutze meine installierte Split-Klimaanlage nun im zweiten Jahr auch zum Zuheizen in der Übergangszeit. Mir ist aufgefallen, dass der Wirkungsgrad bei aktuell feuchtem, nebligem Wetter am Morgen deutlich schlechter ausfällt als an trockenen, aber ähnlich kühlen Tagen. Die Außeneinheit beginnt dann gefühlt viel öfter mit Abtauzyklen, was die Heizleistung im Innenraum spürbar kurzzeitig unterbricht. Ist dieses Phänomen normal oder muss ich hierbei spezifische Einstellungen am Inverter vornehmen, um das Pendeln zwischen Heiz- und Abtauvorgang zu minimieren? Ich habe das Gefühl, dass das Gerät bei hoher Luftfeuchtigkeit regelrecht ins Taktungs-Chaos verfällt, sobald die Feuchtigkeit am Wärmetauscher kondensiert und gefriert. Über fachlichen Rat zur Parametrierung oder Erfahrungswerte bezüglich dieser Witterung wäre ich sehr dankbar. Ich möchte das System effizient durch die kühlen Oktoberwochen bringen, ohne dass die Stromaufnahme durch die ständige Abtauung unnötig in die Höhe schnellt.
Split-Klima zum Heizen: Wirkungsgradabfall bei hoher Luftfeuchtigkeit?
Guten Tag Markus, Ihre Beobachtung ist vollkommen korrekt und physikalisch absolut nachvollziehbar. Das von Ihnen beschriebene Taktungs-Chaos liegt an der hohen Feuchtigkeit der Außenluft, die am Verdampfer auskondensiert und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sofort zu einer Eisschicht gefriert. Die Inverter-Steuerung erkennt diesen thermodynamischen Wirkungsgradabfall über den Drucksensor oder die Temperaturdifferenz am Wärmetauscher und leitet zwingend den Abtauzyklus ein. Da die Energie für diesen Prozess aus dem Heizkreis entnommen wird, kühlt der Innenraum kurzzeitig ab. Das ist kein Defekt Ihrer Anlage, sondern bauartbedingt bei Luft-Luft-Wärmepumpen bei hoher Luftfeuchtigkeit normal. Ich empfehle Ihnen, die Anlage einfach laufen zu lassen, statt manuell einzugreifen. Jede Unterbrechung oder Änderung der Sollwerte führt meist zu einer noch ineffizienteren Betriebsweise, da die Anlage jedes Mal aufs Neue in den Einschaltstrom-Peak gerät.
Hallo Markus, ich kenne das Problem nur zu gut von meiner eigenen Anlage im Bergischen Land. Bei uns ist es im Herbst oft neblig-feucht, und das Abtauen nervt gewaltig, besonders weil es in der Übergangszeit gefühlt alle 45 Minuten passiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein leichtes Absenken der Zieltemperatur am Thermostat Wunder wirkt. Wenn ich das Gerät nicht auf Vollgas laufen lasse, sondern eher moderat heize, scheint der Verdampfer nicht so extrem stark zu vereisen. Hast du schon mal geprüft, ob deine Außeneinheit vielleicht ungünstig steht? Wenn sie zu nah an einer Wand oder in einer windgeschützten Ecke steht, staut sich die feuchte Luft. Seit ich meine Außeneinheit auf eine etwas höhere Konsole versetzt habe, damit das Tauwasser unten besser abläuft und die Zirkulation freier ist, habe ich subjektiv das Gefühl, dass sie etwas seltener abtauen muss.
Moin zusammen, als zertifizierter Kälteanlagenbauer möchte ich hier noch einen wichtigen Punkt ergänzen. Viele Nutzer versuchen durch manuelle Eingriffe oder eine Senkung der Sollwerte das Abtauen zu unterdrücken, was jedoch oft kontraproduktiv ist. Die Hersteller haben die Algorithmen für die Abtauung gemäß den aktuellen Normen so optimiert, dass die Anlage immer im sichersten Betriebspunkt bleibt. Ein Eingriff in die interne Parametrierung durch den Laien ist aufgrund der ChemKlimaschutzV und der Gewährleistungsbedingungen ohnehin nicht zu empfehlen. Die Stromaufnahme steigt beim Abtauen zwar kurzzeitig an, aber die Gesamteffizienz über den Tag gesehen ist bei einer dauerhaft laufenden Anlage höher als bei einem ständigen Ein- und Ausschalten. Wenn das Gerät im Taktungs-Chaos versinkt, prüfen Sie eher, ob der Luftdurchsatz durch den Wärmetauscher durch Laub oder Schmutz behindert wird. Ein sauberer Verdampfer verbessert den Luftstrom massiv und reduziert die Vereisungsneigung spürbar.
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