Moin Leute, meine Werkstatt hat 6 Meter Deckenhöhe und wird mit klassischen Dunkelstrahlern beheizt. Jetzt, wo die Außentemperaturen Richtung 10 Grad wandern, stelle ich mir die Frage, ob ich die Vorlauftemperaturen der Strahler bereits jetzt drosseln sollte, um Gas zu sparen, oder ob das bei der Anlaufzeit kontraproduktiv ist. Die Jungs in der Halle frieren morgens natürlich sofort, wenn die Bude nicht schnell warm wird. Ich überlege, ob ich die Taktung über ein Zeitprogramm so anpasse, dass nur noch kurz vor Arbeitsbeginn voll geheizt wird. Lohnt sich der Aufwand bei den aktuellen Preisen überhaupt, oder mache ich mir die Steuerung damit kaputt? Vielleicht hat jemand von euch schon mal die Heizkurve bei Dunkelstrahlern im gewerblichen Bereich angepasst. Ich bin für jeden Tipp zur Effizienzsteigerung dankbar, bevor der richtige Frost kommt und die Anlage dann wieder im Dauermodus durchläuft.
Dunkelstrahler in Werkstatt: Umstellung auf Erdgas-Sparmodus sinnvoll?
Guten Tag Jens, bei einer Deckenhöhe von sechs Metern ist die Trägheit des Systems nicht zu unterschätzen. Eine Reduzierung der Vorlauftemperatur bei Dunkelstrahlern ist kritisch zu sehen, da diese Geräte auf eine bestimmte Oberflächentemperatur angewiesen sind, um die Strahlungswirkung zu erzielen. Senken Sie diese zu weit ab, verlieren Sie die behagliche Strahlungswärme, und die Jungs in der Werkstatt sitzen sprichwörtlich im Kalten, auch wenn die Lufttemperatur vielleicht stimmt. Ich empfehle Ihnen eher, die Nachtabsenkung moderat zu gestalten. Ein zu tiefes Absinken führt dazu, dass die Anlage beim Wiederaufheizen stundenlang im Volllastbetrieb läuft. Das schadet nicht nur dem Material, sondern konterkariert durch die hohen Anlaufverluste jegliche Einsparung beim Gas. Prüfen Sie lieber, ob eine moderne Regelung mit präziser Zeitsteuerung nach GEG-Vorgaben nachgerüstet werden kann.
Danke Markus für die schnelle Einschätzung. Das mit der Oberflächentemperatur leuchtet ein. Ich hatte befürchtet, dass ich bei einer zu starken Absenkung genau dieses Problem bekomme. Die Anlage läuft aktuell über eine recht simple Steuerung. Wenn ich die Absenkung nur moderat fahre, wie viel Grad Differenz wären denn aus eurer Erfahrung sinnvoll, damit ich morgens nicht unnötig Energie verliere?
Hi Jens, ich bin als Planerin oft in solchen Hallen unterwegs. Bei sechs Metern Höhe würde ich die Absenkung nicht mehr als drei bis maximal vier Grad unter die Solltemperatur setzen. Alles, was darüber hinausgeht, kostet beim Aufheizen aufgrund der thermischen Trägheit der Bausubstanz mehr Energie, als man nachts durch die Absenkung einspart. Achte bei der Steuerung auch auf die Einschaltoptimierung. Ein wichtiger Punkt ist zudem die regelmäßige Wartung. Wenn die Brenner nicht optimal eingestellt sind, verballerst du unnötig Gas, völlig egal, wie du die Kurve fährst. Hast du mal eine Abgasmessung machen lassen? Oft liegt das Sparpotenzial gar nicht in der Regelung, sondern in der Verbrennungseffizienz. Ein hydraulischer Abgleich, falls vorhanden, wäre ebenfalls ein Muss für die Anlage.
Moin Jens, ich betreibe selbst eine Werkstatt mit ähnlicher Höhe. Wir haben vor zwei Jahren auf eine wettergeführte Regelung umgestellt und die Parameter für die Dunkelstrahler genau auf die Arbeitszeiten abgestimmt. Wenn ihr morgens um sieben anfangt, startet die Anlage bei uns schon um fünf Uhr mit reduzierter Last. Das ist deutlich effizienter als ein Kaltstart unter Volllast. Die Gasrechnung ist seitdem um fast fünfzehn Prozent gesunken. Investier das Geld lieber in eine gute Sensorik, die auch die Strahlungstemperatur und nicht nur die Lufttemperatur misst. Das Gefühl der Mitarbeiter ist in der Halle das A und O für die Produktivität, bei uns beschwert sich seitdem niemand mehr über kalte Füße.
Das mit der Strahlungstemperaturmessung ist ein extrem guter Hinweis, Thomas. Das hat mein aktuelles Thermostat gar nicht auf dem Schirm. Ich werde mich mal nach einem Sensor umsehen, der das unterstützt. Danke auch an Sabine für den Hinweis mit der Abgasmessung, das steht für diesen Monat sowieso auf dem Plan.
Hallo zusammen, als SHK-Meister möchte ich noch kurz ergänzen: Denkt bei der Optimierung bitte immer an die geltende TRGI und die Herstellerrichtlinien. Dunkelstrahler sind zwar robust, aber bei einer manuellen Anpassung der Heizkurve außerhalb der Herstellerspezifikationen erlischt im schlimmsten Fall die Betriebserlaubnis oder ihr riskiert Fehlzündungen durch unvollständige Verbrennung bei zu geringer Leistung. Wenn ihr das System smart machen wollt, achtet darauf, dass alle Eingriffe durch eine qualifizierte Elektrofachkraft vorgenommen werden. Die Steuerung der Vorlauftemperatur ist bei diesen Geräten sensibel. Wenn ihr die Anlage bereits als veraltet betrachtet, lohnt sich unter Umständen sogar ein Blick in die aktuelle BEG-Förderung für effizientere Heizsysteme. Oft ist ein Austausch der alten Brenner gegen moderne, modulierende Einheiten wirtschaftlicher als das Herumdoktern an einer ineffizienten Regelung.
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