Guten Tag zusammen. Ich betreibe eine Lagerhalle für Textilien mit einer Fläche von rund 400 Quadratmetern. Nun, da es abends wieder empfindlich kühl wird und die Luftfeuchtigkeit draußen ansteigt, habe ich Sorge wegen meiner vorhandenen Warmluftgeräte. Bisher habe ich nur kurzzeitig geheizt, aber wenn die Heizung jetzt im Dauerbetrieb läuft, befürchte ich Feuchtigkeitsprobleme an den kühleren Außenwänden, falls die Luftzirkulation nicht optimal ist. Meine Überlegung ist, ob ich die Gebläsegeschwindigkeit dauerhaft reduzieren sollte, um weniger Verwirbelungen an den kritischen Stellen zu erzeugen, oder ob eine zusätzliche Installation von Destratifikatoren das Problem der stagnierenden feuchten Luftschichten unter der Hallendecke lösen könnte. Hat jemand von Ihnen Erfahrung mit der Kombination aus Warmluftgebläse und der Vermeidung von Kondensatbildung im Herbst? Ich möchte unbedingt vermeiden, dass mir die Ware durch Schwitzwasser an den Wänden klamm wird. Über fachliche Einschätzungen zur optimalen Einstellung im Übergangsbetrieb wäre ich sehr dankbar.
Schimmelgefahr durch Warmluftgebläse in feuchter Lagerhalle
Guten Tag Markus, als SHK-Meister mit Schwerpunkt auf gewerblicher Lüftungstechnik rate ich Ihnen dringend von einer bloßen Drosselung der Gebläse ab. Wenn Sie den Volumenstrom reduzieren, verschlechtern Sie die Durchmischung, was die Bildung von Kaltluftseen und feuchten Zonen an den Außenwänden gerade begünstigt. Denken Sie bei Textilien immer an die VDI 6022, auch wenn es ein Lager ist. Die Installation von Destratifikatoren ist hingegen ein sehr effizienter Ansatz. Diese drücken die warme Schichtung unter der Hallendecke aktiv nach unten und sorgen für eine gleichmäßige Temperaturverteilung. Das verhindert, dass die Oberflächentemperatur der Wände unter den Taupunkt fällt. Achten Sie bei der Montage unbedingt darauf, dass der Mindestabstand zu den gelagerten Waren eingehalten wird, um keine Staubaufwirbelungen zu provozieren.
Hallo Markus, ich betreibe selbst eine kleine Lagerhalle und hatte letztes Jahr genau das gleiche Problem mit der klammen Luft im Herbst. Ich habe dann auf Anraten meines Installateurs eine einfache hygrostatgesteuerte Entlüftung nachgerüstet. Das funktioniert bei mir deutlich besser als nur mit den Warmluftgebläsen zu jonglieren. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit einen gewissen Schwellenwert überschreitet, wird die feuchte Luft nach außen geführt. Ich habe mich damals auch wegen der Energieeffizienz nach den Vorgaben des GEG beraten lassen, um im Rahmen der BEG-Förderung vielleicht noch etwas für die Modernisierung der Steuerungstechnik zu bekommen. Sprich doch mal mit einer Elektrofachkraft, ob man deine bestehende Anlage nicht smart mit Sensoren koppeln kann, anstatt die Gebläse manuell runterzuregeln. Das spart auf Dauer auch Heizkosten.
Vielen Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten! Klaus, der Punkt mit den Kaltluftseen leuchtet mir absolut ein, eine Reduzierung der Drehzahl wäre also eher kontraproduktiv gewesen. Die Idee mit den Destratifikatoren klingt nach einer soliden Investition, um die Temperaturunterschiede zwischen Boden und Decke in den Griff zu bekommen. Sabine, an eine Hygrostatsteuerung habe ich bisher gar nicht gedacht. Das ist ein interessanter Ansatz, da ich die Feuchtigkeit ja aktiv aus dem Raum bekommen muss, statt sie nur zu verteilen. Ich werde meinen Fachbetrieb mal gezielt auf eine Kombination aus Destratifikatoren und einer feuchtegeführten Lüftung ansprechen. Es ist beruhigend zu hören, dass dieses Problem im Übergangsbetrieb lösbar ist, ohne die Halle komplett auskühlen zu lassen oder riesige Mengen Energie zu verschwenden. Danke für den wertvollen Input!
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