Guten Tag zusammen. Ich stehe derzeit vor einer kniffligen Frage bezüglich der BEG-Förderrichtlinien für den Heizungstausch. Meine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe ist installiert und läuft seit zwei Wochen einwandfrei. Nun möchte ich für den zusätzlichen Effizienzbonus die 65-Prozent-Anforderung durch meine PV-Anlage und einen neu installierten Speicher nachweisen. Mein Solarteur hat mir bestätigt, dass die Kapazität ausreicht, aber ich bin mir bei der Dokumentation unsicher. Wie genau muss dieser Nachweis gegenüber der KfW oder dem Energieberater im Verwendungsnachweis erbracht werden? Reicht ein einfacher Auszug aus dem Wechselrichter-Portal oder muss ein zertifizierter Nachweis über die voraussichtliche Deckungsquote eingereicht werden? Ich möchte hier keinen Fehler bei der Antragstellung riskieren, da die Fördersumme doch beachtlich ist. Da die Heizsaison jetzt langsam beginnt, möchte ich den Prozess zeitnah abschließen. Hat jemand von Ihnen bereits Erfahrung mit der Anrechnung von Bestands-PV-Anlagen in Kombination mit einem neuen Speicher im Rahmen der aktuellen Förderbedingungen gesammelt? Über hilfreiche Tipps zum Ablauf der Dokumentation wäre ich sehr dankbar.
BEG-Nachweis bei Erweiterung der PV-Anlage für Wärmepumpen-Bonus
Guten Tag Markus, als Energieberater kann ich Ihnen sagen, dass ein einfacher Screenshot aus dem Wechselrichter-Portal keinesfalls ausreicht. Die KfW verlangt im Rahmen des Verwendungsnachweises eine belastbare Berechnung der Anlagenauslegung. Ihr Energieberater muss hierfür eine anerkannte Simulationsberechnung erstellen, die den deckungsgradbezogenen Stromertrag Ihrer PV-Anlage in Relation zum prognostizierten Strombedarf Ihrer Wärmepumpe setzt. Es geht primär um die Einhaltung der Vorgaben nach dem GEG. Wenn Sie den Effizienzbonus beantragen, muss rechnerisch belegt sein, dass die Anlage systemisch in der Lage ist, den Betrieb der Wärmepumpe maßgeblich zu unterstützen. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Solarteur die technischen Datenblätter des Speichers sowie die Auslegungsdaten der PV-Module schriftlich bestätigen, damit Ihr Energieberater diese Daten in sein Berechnungsmodell einpflegen kann.
Hallo Markus, ich kann deine Sorge absolut verstehen. Wir haben das Prozedere letzten Monat bei uns durchlaufen. Mein Energieberater hat für den Verwendungsnachweis zusätzlich zur PV-Auslegung noch ein Dokument verlangt, das den hydraulischen Abgleich deiner Wärmepumpe bestätigt. Ohne diesen Abgleich wird bei der KfW oft gar nicht erst mit der Prüfung begonnen. Wir haben damals ein technisches Datenblatt unseres Speichers beigefügt, aus dem die nutzbare Kapazität eindeutig hervorgeht. Das Portal des Wechselrichters haben wir lediglich als ergänzende Dokumentation beigelegt, um unsere Eigenverbrauchsquote zu untermauern. Sei bei der Einreichung lieber zu gründlich als zu nachlässig, denn eine Nachforderung der KfW zieht sich meistens über Wochen hin. Viel Erfolg bei deinem Projekt!
Vielen Dank für die schnellen Antworten! Andreas, das mit der Simulationsberechnung hatte ich befürchtet. Mein Energieberater war sich bisher unsicher, ob der reine Nachweis über die installierte Leistung reicht. Ich werde ihn morgen direkt auf die notwendige Simulationsberechnung ansprechen. Sabine, der hydraulische Abgleich wurde bereits nach der VDI 4645 durchgeführt und ist vollständig dokumentiert. Dass die KfW so streng auf die Kombination aus PV-Auslegung und Anlagentechnik schaut, war mir in der Schärfe nicht bewusst. Ich werde nun alle Datenblätter zusammenstellen und hoffen, dass der Energieberater zeitnah grünes Licht für die Einreichung gibt. Danke für den Hinweis mit der Gründlichkeit!
Moin Markus, vergiss bei der ganzen PV-Thematik nicht den rechtlichen Aspekt der Fachkraft. Achte darauf, dass für die gesamte elektrische Installation deiner Wärmepumpe inklusive des neuen Speichers eine Inbetriebnahme durch eine zertifizierte Elektrofachkraft erfolgt ist. Ohne das entsprechende Inbetriebnahmeprotokoll ist der ganze Nachweis für die KfW wertlos, da der geforderte Standard nach den geltenden Normen nicht bestätigt werden kann. Ich habe bei einem Kundenprojekt erlebt, dass genau daran die Auszahlung scheiterte, weil die elektrische Anlage nicht vollumfänglich abgenommen war. Dein Solarteur hat zwar die PV installiert, aber der Anschluss der Wärmepumpe ist eine eigenständige Elektroinstallation. Lass dir dieses Protokoll zwingend unterschreiben, sonst hast du beim Verwendungsnachweis ein echtes Problem.
Hallo zusammen, ich hänge mich hier mal rein, weil mich das Thema auch gerade beschäftigt. Wie ist es denn bei Erweiterungen von Bestandsanlagen? Meine PV-Anlage ist von 2018, der Speicher wurde erst jetzt zur Wärmepumpe dazu installiert. Reicht es, wenn die Gesamtanlage jetzt die Leistung bringt, oder gibt es da Probleme mit der steuerlichen Abschreibung oder der Förderung? Ich habe Angst, dass die KfW die PV-Anlage als Altanlage wertet und die Anrechenbarkeit für den Bonus verneint. Es ist wirklich frustrierend, wie schwammig manche Formulierungen in den Förderrichtlinien gehalten sind. Ich habe meinen Energieberater bereits gefragt, aber der eiert auch nur herum. Vielleicht hat hier jemand eine klare Antwort, ob eine Nachrüstung des Speichers als Systemerweiterung für den Bonus ausreicht?
Julia, keine Panik. Solange der Speicher eine systemische Erweiterung darstellt, die den Eigenverbrauch der Wärmepumpe nachweislich erhöht, ist das förderfähig. Die KfW bewertet hier die Gesamteffizienz des Heizsystems. Es ist wichtig, dass die Auslegung des Speichers exakt auf die Leistungsaufnahme der Wärmepumpe abgestimmt ist. Hier ist das Stichwort die jahreszeitbedingte Effizienz der Anlage. Solange du einen Fachunternehmernachweis hast, der die technische Integration der Komponenten bescheinigt, bist du auf der sicheren Seite. Ich empfehle dir, eine kurze technische Begründung zu schreiben, warum der Speicher zur energetischen Optimierung des Wärmepumpenbetriebs notwendig ist. Das nimmt dem Sachbearbeiter bei der KfW Arbeit ab und beschleunigt die Prüfung. Fokus immer auf die Senkung des Netzstrombezugs legen.
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