Guten Tag zusammen. Ich betreibe seit dem letzten Jahr eine Sole-Wärmepumpe mit zwei 80 Meter tiefen Erdsonden in meinem Neubau. Da wir jetzt Ende September die ersten kühlen Nächte haben, habe ich mal wieder tiefer in die Daten meiner Wärmepumpensteuerung geschaut. Mir ist aufgefallen, dass die Soleeintrittstemperaturen bereits jetzt um gut 1,5 Grad niedriger liegen als zum gleichen Zeitpunkt im letzten Herbst. Ist das ein normales Verhalten für das zweite Betriebsjahr, weil das Erdreich um die Sonden herum noch nicht vollständig regeneriert ist? Oder sollte ich mir bezüglich der Sondenhydraulik beziehungsweise eines möglichen Druckabfalls Sorgen machen? Der Betriebsdruck im Solekreis liegt stabil bei 1,8 bar, also eigentlich wie gehabt. Ich würde mich über eine fachliche Einschätzung freuen, ob hier ein thermischer Entzug vorliegt, der auf eine nicht ganz ideale Auslegung hindeutet, oder ob das rein witterungsbedingt durch den feuchten Sommer kommen kann. Vielen Dank für eure Einschätzung.
Sole-WP und der erste Herbst: Saug- und Soletemperaturen im Vergleich zum Vorjahr
Hallo Markus, das ist ein interessantes Thema, das viele Besitzer von Erdsonden nach dem ersten Jahr beschäftigt. Als SHK-Meister sehe ich das öfter: Nach der Inbetriebnahme ist das Erdreich noch im ursprünglichen Zustand, während es sich im zweiten Jahr bereits im laufenden Betrieb befindet. Die 1,5 Grad Differenz klingen im ersten Moment nach viel, sind aber oft der Tatsache geschuldet, dass der Boden rund um die Sonden noch nicht sein thermisches Gleichgewicht gefunden hat. Wenn der Sole-Druck bei stabilen 1,8 bar liegt, ist das schon mal ein sehr gutes Zeichen, da dies gegen eine Leckage oder große Lufteinschlüsse spricht. Prüfen Sie bitte einmal, ob der Volumenstrom der Solepumpe noch exakt den Vorgaben Ihres ursprünglichen hydraulischen Abgleichs entspricht. Manchmal verstellen sich die Pumpenkennlinien durch Software-Updates oder Fehler bei der Regelung. Solange Sie keine Störmeldungen wegen zu geringer Quelltemperatur erhalten, würde ich aktuell noch von einer natürlichen Stabilisierung ausgehen. Sollte die Tendenz aber weiter so stark sinken, müssten wir mittels einer VDI 4645-konformen Überprüfung der Arbeitszahlen sicherstellen, dass die Sonde nicht überlastet wird.
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