Servus, als Anlagenplaner beobachte ich immer wieder, dass viele Kunden bei den aktuellen milden Temperaturen Probleme mit der Effizienz ihrer Inverter-Geräte haben. Wenn die Heizlast gering ist, takten die Anlagen trotz Inverter-Technik manchmal unsauber, weil die Mindestleistung einfach noch zu hoch liegt. Meine Frage an die Fachkollegen hier: Wie geht ihr bei der Einstellung der Lüfterdrehzahl in der Übergangszeit vor? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine manuelle Festlegung der Lüfterstufe auf einen niedrigen Wert manchmal die Hysterese stabilisiert, da die Wärmeabgabe am Innengerät konstanter bleibt. Mich würden eure Strategien zur Regelungsoptimierung in der Zeit zwischen September und November interessieren. Gibt es bestimmte Parameter, die ihr bevorzugt anpasst, um das takten zu minimieren und so den Verschleiß am Verdichter zu reduzieren? Es geht mir rein um die technische Optimierung im Bestand, ohne direkt die gesamte Regelungsstrategie über den Haufen zu werfen.
Inverter-Taktung bei Teillast: Optimierung für den Übergang?
Hallo Tobias, ein spannender Ansatz. Als langjähriger SHK-Meister sehe ich dieses Problem im Bestand häufiger, gerade bei überdimensionierten Anlagen. Die manuelle Reduktion der Lüfterdrehzahl ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits verringern Sie die Wärmeabgabe, was das Takten bei Erreichen der Solltemperatur im Raum tatsächlich verzögern kann. Andererseits riskieren Sie bei zu niedrigen Drehzahlen eine Vereisung oder Fehlermeldungen durch die Elektronik, wenn die Wärme nicht schnell genug abgeführt wird. Ich empfehle Ihnen, statt nur an der Lüfterstufe zu schrauben, verstärkt auf die Anpassung der Sollwert-Verschiebung zu setzen. In der VDI 4645 betonen wir regelmäßig die Bedeutung einer korrekt eingestellten Heizkurve. Wenn Sie die thermische Trägheit des Gebäudes durch eine leichte Absenkung der Vorlauftemperatur-Kennlinie berücksichtigen, erreichen Sie oft eine bessere Modulation, bevor die Regelung überhaupt in den kritischen Bereich der Mindestlast abdriftet.
Servus Tobias, interessante Beobachtung! Ich mache das bei meinen Kunden im Bestand oft so, dass ich die Lüfterstufe auf einen festen, kleinen Wert 'Low' fixiere, sobald die Außentemperatur konstant zwischen 10 und 15 Grad liegt. Das nimmt den wilden Rhythmus der Regelung raus. Die Anlage läuft dann gefühlt viel weicher durch. Klar, man muss aufpassen, dass der Sensor am Innengerät dann nicht das falsche Signal bekommt und zu früh abschaltet. Ich teste das meist mit einem externen Datenlogger für einen Tag. Wenn der Verdichter-Start-Zähler am nächsten Morgen deutlich geringere Werte ausspuckt, weiß ich, dass der Kunde zufrieden sein wird. Ein kleiner Kniff mit großer Wirkung auf die Lebensdauer des Kompressors, ganz ohne komplizierte Eingriffe in die Steuerungsparameter.
Danke für die Rückmeldungen! Markus, den Hinweis mit der VDI 4645 und der Heizkurve nehme ich gerne auf, das ist natürlich die saubere, theoretische Lösung, die ich bei der nächsten Anlagen-Optimierung direkt einplanen werde. Jens, dein pragmatischer Ansatz mit dem Datenlogger überzeugt mich, das werde ich nächste Woche bei einem Kundenprojekt in einer Bestandsanlage exakt so ausprobieren. Mir geht es bei der manuellen Lüftervorgabe auch vor allem darum, dem Kunden ein sofort spürbares, ruhigeres Laufgeräusch zu bieten. Wenn die Inverter-Drehzahl im Grenzbereich ständig zwischen zwei Stufen pendelt, ist das akustisch störender als ein konstanter, niedriger Luftstrom. Wenn ich dabei die Taktung durch die längere Wärmeverteilung im Raum stabilisieren kann, ist das für den Kunden und den Verdichter eine echte Win-win-Situation.
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