Guten Tag, wir stehen vor dem Austausch unserer alten Ölheizung gegen eine moderne Wärmepumpe. Wir möchten dabei den Effizienz-Bonus sowie den Heizungs-Tauschbonus beantragen. Da wir zusätzlich eine PV-Anlage betreiben, überlegen wir, ob es sinnvoll ist, das Energiemanagementsystem so zu koppeln, dass ein höherer Eigenverbrauch nachgewiesen wird. Hat jemand von euch Erfahrung damit, ob dies bei der Antragstellung zur BEG-Förderung zusätzliche Dokumentationspflichten auslöst? Ich frage mich, ob die KfW oder die BAFA hier spezielle Nachweise über die Kopplung zwischen Wechselrichter und Wärmepumpe sehen will. Es geht mir vor allem darum, ob der Nachweis der CO2-Einsparung durch PV-Strom die Förderquote beeinflussen kann. Momentan ist es bei uns abends schon recht kühl im Haus, daher wollen wir den Tausch zügig angehen, bevor die Heizperiode richtig startet. Ich bin unsicher, ob ich mit dem Antrag warten soll, bis die PV-Integration technisch komplett abgeschlossen und dokumentiert ist, oder ob ich den Basisantrag vorziehen kann.
Heizungs-Tauschbonus bei Kombination: PV-Eigenverbrauch nachweisen
Guten Tag Frau F., als SHK-Meister kann ich Ihnen die Sorge nehmen. Die BEG-Förderung durch die KfW fokussiert sich beim Heizungs-Tauschbonus primär auf den Austausch des fossilen Erzeugers gegen eine Wärmepumpe sowie das Erreichen der technischen Mindestanforderungen gemäß GEG. Ein Nachweis über die PV-Kopplung ist für die initiale Förderzusage nicht erforderlich und beeinflusst die Förderhöhe der Basisförderung oder der Boni nicht. Ich empfehle Ihnen dringend, den Antrag bei der KfW nicht wegen der PV-Integration zu verzögern. Die Bearbeitungszeiten sind lang und der hydraulische Abgleich nach VDI 4645 ist das maßgebliche Dokument, das Sie für die Auszahlung der Förderung benötigen. Die PV-Anlage ist für die Heizungsförderung eine ergänzende Komponente, aber kein primäres Nachweiskriterium für die Förderfähigkeit Ihrer Wärmepumpe.
Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung, Herr K. Das beruhigt mich sehr, da ich befürchtet hatte, durch die technische Komplexität der PV-Kopplung in eine Nachweisfalle zu tappen. Wenn die Kopplung von Wechselrichter und Wärmepumpe für die KfW gar nicht relevant ist, werde ich den Antrag zeitnah stellen. Wie sieht es jedoch mit der Anrechenbarkeit von Strom aus, falls ich den Eigenverbrauch optimieren möchte? Muss ich dann gegenüber meinem Energieberater detaillierte Daten über die JAZ (Jahresarbeitszahl) unter Berücksichtigung des PV-Stroms liefern, oder reicht die Standardberechnung nach DIN V 18599 aus, die der Planer ohnehin erstellt?
Hallo Sabine, lass dich nicht verrückt machen. Ich habe das letztes Jahr bei meinem Umbau genau so durchgezogen. Für die BAFA bzw. KfW zählt nur, dass die Wärmepumpe die Effizienzgrenzen einhält. Die PV-Anlage läuft bei mir komplett separat. Mein Energieberater hat die PV lediglich als ergänzende Maßnahme in der Energiebilanz gelistet, aber für den Bonus beim Heizungstausch hat sich niemand für die spezifische Kopplung interessiert. Mein Tipp: Konzentriere dich voll auf den hydraulischen Abgleich. Ohne den gibt es keinen Cent. Lass den Tausch der Heizung professionell dokumentieren und achte darauf, dass die Fachunternehmererklärung sauber ausgefüllt ist. Die PV-Spielereien sind super für deinen Geldbeutel im Betrieb, aber für den Förderantrag sind sie eher schmückendes Beiwerk.
Guten Tag in die Runde. Als Energieeffizienz-Expertin möchte ich ergänzen, dass man zwar technisch aufrüsten kann, aber bei der Antragstellung das Prinzip der Vereinfachung gilt. Die Förderung zielt auf die Dekarbonisierung des Wärmesektors ab, nicht auf die Perfektionierung der Eigenstromnutzung. Eine Kopplung erhöht zwar Ihre JAZ, was langfristig sinnvoll ist, aber für die Beantragung der BEG-Förderung ist dieser Schritt administrativ nicht notwendig. Bitte achten Sie stattdessen penibel darauf, dass Ihre Wärmepumpe in der Liste der förderfähigen Geräte beim BAFA geführt wird. Sollten Sie den Antrag bereits stellen, muss die PV-Kopplung nicht erwähnt werden, solange die primären Anforderungen an die Anlage erfüllt sind. Handeln Sie zügig, damit Sie im Winter nicht frieren müssen. Die Bürokratie ist bereits komplex genug.
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