Hallo liebe Community, ich habe mal eine etwas knifflige Frage zu meiner Kühltheke im Ladenlokal. Jetzt, wo es draußen kühler wird und die Heizung im Verkaufsraum wieder läuft, bildet sich an den Scheiben meiner Fleischtheke plötzlich verstärkt Kondensat, obwohl die Innenraumtemperatur stabil bei zwei Grad gehalten wird. Das sieht natürlich nicht sehr appetitlich aus und ich mache mir Sorgen um die Hygiene. Ich habe das Gefühl, dass meine bisherigen Einstellungen bei der Luftumwälzung nicht mehr ganz passen, da sich die relative Luftfeuchtigkeit im Laden durch das Heizen stark verändert hat. Die Anlage läuft noch mit einem Standard-Thermostat ohne externe Feuchteregelung. Würde ein Austausch gegen einen modernen Regler mit Taupunkt-Überwachung hier wirklich einen großen Unterschied machen? Bin für jeden Tipp dankbar, wie man das in der Übergangszeit am besten in den Griff bekommt, ohne gleich das halbe Gerät umbauen zu müssen. Hat da jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht oder vielleicht eine pragmatische Lösung parat, die man schnell umsetzen kann?
Kühltheke im Verkaufsraum: Probleme mit Feuchtigkeit bei kühleren Außentemperaturen
Guten Tag Sabine, das Phänomen ist bei den aktuellen Witterungsschwankungen absolut typisch. Durch das Heizen sinkt die absolute Feuchtigkeitsaufnahmekapazität der Raumluft im Vergleich zur gekühlten Scheibenoberfläche, wodurch Sie den Taupunkt unterschreiten. Bevor Sie über neue Steuerungen nachdenken, sollten Sie prüfen, ob die Luftführung der Theke durch eine falsche Beladung oder Staub auf den Verflüssigern behindert wird. Ich empfehle Ihnen als ersten Schritt den Einsatz eines einfachen Hygrometers direkt neben der Theke. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit im Verkaufsraum über 55 Prozent, müssen Sie die Raumfeuchte senken, anstatt an der Theke selbst zu schrauben. Stoßlüften ist oft effektiver als jede komplexe Regelungstechnik. Achten Sie zudem darauf, dass die Luftauslässe der Klimaanlage im Laden nicht direkt auf die Frontscheibe der Theke blasen.
Hallo Markus, vielen Dank für die schnelle Rückmeldung! Das mit der Luftfeuchtigkeit im Raum leuchtet mir ein. Tatsächlich steht ein kleiner Wandlüfter in der Nähe, den ich bisher gar nicht als Störfaktor auf dem Schirm hatte. Ich werde morgen direkt mal mit einem Messgerät prüfen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit bei laufender Heizung wirklich ist. Sollte das Lüften allein nicht reichen, wäre dann ein Taupunkt-Regler eine Option, die ohne großen Eingriff in den Kältekreislauf funktioniert? Ich möchte vermeiden, dass ich die ChemKlimaschutzV verletze, indem ich an den kältetechnischen Komponenten selbst hantiere. Ein reiner Austausch des Thermostats gegen ein Modell mit Feuchtesensor wäre für meinen Elektriker vor Ort ja eigentlich machbar.
Hallo Sabine, als SHK-Meister kann ich dir sagen: Vorsicht bei der Nachrüstung. Ein Regler mit Taupunkt-Überwachung misst zwar die Feuchtigkeit, aber die Regelung der Scheibenheizung – sofern überhaupt vorhanden – muss auch exakt darauf abgestimmt sein. Wenn die Scheibe nicht beheizt ist, bringt dir der beste Regler nichts, außer dass das Gerät öfter abschaltet, um Eisbildung zu vermeiden, was der Hygiene eher schadet. Prüfe lieber, ob die Dichtungen am Deckel der Theke noch vollflächig anliegen. Oft zieht bei kalten Außentemperaturen feuchte warme Luft durch kleine Ritzen ein, kondensiert innen und das Eis schmilzt bei den Zyklen dann wieder ab. Ein Tausch der Türdichtungen kostet wenig, wirkt aber meist Wunder bei solchen Problemen in der Übergangszeit.
Ich schließe mich Thomas an. Habe das bei meiner eigenen Kühlvitrine im Feinkostgeschäft letztes Jahr auch durch. Der Wechsel auf einen modernen Regler war bei mir zwar hilfreich, weil er die Heizzyklen der Glasscheiben effizienter steuert, aber die eigentliche Ursache war immer das Raumklima. Ich habe mir jetzt einen kleinen Luftentfeuchter in die Ecke gestellt, der über einen Hygrostat läuft. Das ist wesentlich günstiger als eine Umrüstung der Thekensteuerung und spart mir das händische Wischen. Wenn man bedenkt, wie viel Strom ein dauerhaft beschlagenes Gerät zieht, weil der Kompressor gegen die Feuchte und Wärme ankämpfen muss, ist die Investition in ein Entfeuchtungsgerät nach spätestens einer Saison wieder drin. Das entlastet die ganze Anlage deutlich, ganz ohne Eingriffe in die VDI-Richtlinien zur Kältetechnik.
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