Hallo Leute. Meine Sole-WP mit dem selbst verlegten Ringgrabenkollektor läuft jetzt seit zwei Jahren echt stabil. Jetzt wo es langsam Richtung Herbst geht und die Bodenfeuchte vielleicht wieder etwas zunimmt, mache ich mir Gedanken über die Wartung der Solegruppe. Ich habe im Sommer das Manometer kaum beachtet, da die Anlage nur im Sommermodus lief. Jetzt beim Check vor dem kommenden Winter sehe ich, dass der Druck in der Soleleitung minimal unter den Wert von der Inbetriebnahme gefallen ist. Ist das bei einem Grabenkollektor ein normales Phänomen aufgrund von thermischer Kontraktion oder muss ich mir Sorgen um eine Undichtigkeit machen? Ich habe zwar keine feuchten Stellen im Keller an der Durchführung, bin aber unsicher, ob ich vor dem ersten richtigen Frost nochmal Soleflüssigkeit nachfüllen oder den Druck erhöhen muss. Wie gehen die Profis hier im Forum mit solchen Druckschwankungen im Solekreis um? Muss man das System zwingend entlüften, falls ich jetzt nachfülle, oder ist das bei einer geschlossenen Anlage eher unkritisch?
Sole-Wärmepumpe mit Grabenkollektor: Sonden-Druckverlust nach dem Sommer prüfen?
Hallo Jürgen, keine Panik. Dass der Sole-Druck im Sommer bei Stillstand oder reinem Warmwasserbetrieb minimal abfällt, ist ein typisches Verhalten durch die thermische Kontraktion der Soleflüssigkeit. Die Umgebungstemperatur im Erdreich wirkt hier direkt auf das Volumen des Glykolgemischs. Da eine Soleanlage ein geschlossenes System ist, sollten Sie erst einmal Ruhe bewahren. Prüfen Sie jedoch unbedingt das Ausdehnungsgefäß, kurz MAG genannt. Oft ist hier der Vordruck über die Jahre leicht entwichen. Wenn der Anlagendruck nur marginal unter dem Inbetriebnahme-Wert liegt, ist das meist unkritisch. Solange der Mindestdruck für die Umwälzpumpe laut Herstellerangaben gewährleistet ist und keine Luftgeräusche auftreten, sehe ich aktuell keinen zwingenden Handlungsbedarf für eine Nachfüllaktion.
Guten Tag Jürgen, als Planerin kann ich Ihnen nur empfehlen, bei der VDI 4645 zu bleiben und die Anlage systematisch zu betrachten. Haben Sie seit der Inbetriebnahme ein Wartungsprotokoll geführt? Dokumentieren Sie die Druckverläufe am besten bei gleichen Umgebungstemperaturen, um Trends bei einer schleichenden Leckage von thermischen Effekten zu unterscheiden. Sollten Sie tatsächlich Flüssigkeit nachfüllen müssen, verwenden Sie unbedingt ein zugelassenes Befüll- und Spülgerät. Das System muss danach wieder luftfrei sein, da Mikroblasen die Effizienz der Sole-Umwälzpumpe massiv verschlechtern können. Eine geschlossene Anlage ist eben nicht wartungsfrei, auch wenn das viele Bauherren bei der Installation gerne hören möchten. Achten Sie auf den korrekten Frostschutzgrad bei einem Nachfüllvorgang.
Danke für die schnellen Antworten! Markus, das mit dem MAG klingt plausibel, da habe ich bisher ehrlich gesagt gar nicht dran gedacht. Ich werde morgen mal den Vordruck am Ventil prüfen. Sabine, danke für den Hinweis auf die VDI 4645, ich führe tatsächlich seit Beginn eine Excel-Liste mit den Drücken, das macht den Vergleich sehr einfach. Der Abfall liegt bei etwa 0,2 Bar über die zwei Jahre. Wenn ich nachfülle, reicht es dann, das über die Entlüftungshähne zu machen oder muss ich zwingend eine externe Pumpe anschließen? Ich möchte ungern Luft in das System bringen, da die Anlage bisher absolut geräuschlos läuft und das soll auch nach dem Winter so bleiben.
Moin Jürgen, vergiss das mit dem manuellen Nachfüllen über die Entlüftungshähne lieber gleich wieder. Da ziehst du dir garantiert Luft rein, die du im Ringgrabenkollektor bei den dortigen Schleifen kaum noch rausbekommst, ohne die Anlage komplett zu spülen. Das ist bei einer Sole-WP echt mühselig. Ich bin jetzt seit zehn Jahren im SHK-Handwerk tätig und sage dir: 0,2 Bar über zwei Jahre sind oft einfach nur Messungenauigkeiten durch verschiedene Temperaturen oder ein leichtes 'Atmen' der Membran im MAG. Wenn der Druck stabil bleibt, lass es so. Erst wenn der Anlagendruck unter die kritische Schwelle für die Sicherheitsgruppe fällt, musst du mit einer Handpumpe und entgaster Sole nachlegen. Bleib entspannt und genieße den Herbst.
Hallo zusammen, ich stimme Thomas absolut zu. Bei meinem Grabenkollektor hatte ich vor drei Jahren ein ähnliches Thema und habe mich auch verrückt gemacht. Ich habe dann vom Fachbetrieb einen Drucktest machen lassen und es war alles dicht. Das Manometer an der Wärmepumpe ist oft auch nur ein Schätzeisen und kein Präzisionsinstrument für Laborbedingungen. Mein Tipp: Prüfen Sie lieber einmal im Jahr die Solepumpe auf ihre Leistungsaufnahme. Wenn die Pumpe unnötig stark arbeiten muss, ist das oft ein Indikator für Luft im System oder einen verstopften Schmutzfänger im Solekreis. Die Reinheit des Filters ist fast wichtiger als die zweite Nachkommastelle beim Druck. Wenn der Filter sauber ist und das MAG stimmt, läuft die Kiste auch noch die nächsten zwanzig Jahre ohne Probleme durch.
Passende Produkte aus unserem Shop

Durchflussmengenmesser für MAM Wärmepumpen MAM-4/6/8/10**
Dieser Durchflussmengenmesser unterstützt Sie dabei, die korrekte Zirkulation der Soleflüssigkeit in Ihrem System zu überwachen und mögliche Unregelmäßigkeiten im Volumenstrom frühzeitig bei der Wartung festzustellen.
140,95 €

Durchflussmengenmesser für MUAMR und MUENR Wärmepumpen
Mit diesem Messinstrument für die 12 kW-Modelle lässt sich der Durchfluss der Soleleitung präzise prüfen, um sicherzustellen, dass die Anlage nach der sommerlichen Pause optimal arbeitet.
120,95 €

Daikin Frostschutzventil AFVALVE1 - 1" AG
Ein Frostschutzventil sorgt für den nötigen Schutz des Systems vor Minustemperaturen, was bei einer Prüfung vor der Heizperiode eine wichtige Komponente der allgemeinen Anlagensicherheit darstellt.
127,95 €
Möchten Sie antworten? Melden Sie sich an, um an der Diskussion teilzunehmen.
