Guten Tag zusammen. Ich stehe vor der ersten Heizsaison mit meiner neuen Luft-Wasser-Wärmepumpe. Da die Nächte hier im Umland von Berlin seit letzter Woche spürbar kühler werden, habe ich die Heizung gestern in Betrieb genommen. Bisher lief die Anlage nur für das Brauchwasser. Ich bin etwas unsicher, wie ich die Heizkurve im ersten Schritt idealerweise einstelle, um einerseits ein komfortables Wohnklima bei fallenden Außentemperaturen zu erreichen und andererseits das Takten durch zu hohe Vorlauftemperaturen zu vermeiden. Ich habe einen hydraulischen Abgleich hinter mir und arbeite ausschließlich mit Fußbodenheizung. Sollte ich die Steilheit eher flach halten und die Verschiebung parallel anheben oder direkt über die Steilheit arbeiten? Mich interessiert, wie ihr bei der Feinjustierung in der Übergangszeit vorgeht. Gibt es da eine Faustformel, um das Haus nicht unnötig zu überheizen, aber dennoch den Puffer für die kühlen Morgenstunden korrekt zu dimensionieren? Über eure fachlichen Hinweise zur schrittweisen Optimierung wäre ich sehr dankbar.
Optimierung der Heizkurve für den ersten Frost nach Wärmepumpeninstallation
Guten Tag Markus, als gelernter Anlagenmechaniker SHK empfehle ich Ihnen zunächst die Geduld zu bewahren. Bei einer reinen Fußbodenheizung haben Sie eine sehr hohe thermische Trägheit. Das bedeutet, dass Sie Änderungen an der Heizkurve erst nach 24 bis 48 Stunden beurteilen können. Mein Rat: Lassen Sie die Parallelverschiebung vorerst auf dem Werkszustand und senken Sie die Steilheit schrittweise in kleinen Intervallen ab. Wir streben im Neubau meist einen Wert zwischen 0,2 und 0,4 an. Prüfen Sie zudem, ob alle Thermostate in den Räumen voll geöffnet sind, da ein hydraulischer Abgleich nur dann korrekt arbeitet. Wenn Sie die Kurve zu steil einstellen, erreichen Sie zwar schnell die Solltemperatur, riskieren aber das gefürchtete Takten der Wärmepumpe, was den Inverter unnötig belastet. Gehen Sie in kleinen Schritten vor und protokollieren Sie die Außentemperatur im Verhältnis zur Raumtemperatur über die nächste Woche.
Hallo Markus, ich bin selbst Bauherrin und habe letztes Jahr genau dieses Spielchen mit unserer neuen Wärmepumpe durchgemacht. Klaus hat absolut recht mit der Trägheit, das ist am Anfang echt nervig, weil man ständig an den Einstellungen spielen will. Wir haben bei uns die Heizkurve im ersten Monat fast jede Woche minimal angepasst. Wir sind bei der Steilheit auf 0,3 gelandet und haben die Parallelverschiebung leicht nach unten korrigiert. Mein Tipp: Lass das mit der Faustformel, das bringt bei der Feinjustierung meist wenig. Dokumentiere lieber für jeden Raum die erreichte Temperatur. Wenn es abends trotz korrekter Einstellung zu kalt wird, dann erhöhe nicht die Steilheit, sondern schau dir erst einmal die Heizzeiten an. Viel Erfolg bei der Optimierung, das wird schon mit der Zeit!
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