Guten Tag, nach den ersten kühlen Tagen möchte ich mein Split-Klimagerät nun endgültig auf den Heizbetrieb umstellen. Vor dem Start in die Heizsaison steht für mich die gründliche Wartung der Inneneinheit an. Bisher habe ich lediglich die groben Staubfilter regelmäßig abgesaugt. Nun stelle ich allerdings fest, dass sich an den inneren Lamellen ein hartnäckiger, leicht schmieriger Belag gebildet hat, wahrscheinlich eine Mischung aus Kochdünsten und Hausstaub. Welche Reinigungsmittel sind hier aus technischer Sicht zu empfehlen, um die Beschichtung der Lamellen nicht zu beschädigen? Gibt es spezielle Sprays für die Desinfektion, die den Kunststoff nicht spröde machen? Ich möchte sicherstellen, dass die Luftqualität im Heizbetrieb einwandfrei bleibt und sich keine Keime im Wärmetauscher festsetzen. Für einen fachlichen Rat zur richtigen Vorgehensweise und zu geeigneten Reinigungsmitteln wäre ich sehr verbunden. Beste Grüße aus dem Norden.
Reinigung der Lamellen nach der Sommersaison
Guten Tag Dr. Klaus W. Als SHK-Meister rate ich Ihnen dringend von aggressiven Haushaltsreinigern ab. Der Wärmetauscher aus Aluminiumlamellen ist sehr empfindlich. Verwenden Sie ein spezielles Klimaanlagen-Reinigungsspray, das biologisch abbaubar ist und die Beschichtung nicht angreift. Achten Sie auf eine VDI 6022 konforme Ausführung, wenn Sie höchste Ansprüche an die Hygiene stellen. Der schmierige Belag entsteht oft durch eine Kombination aus Luftfeuchtigkeit und Kochfetten. Sprühen Sie den Verdampfer gleichmäßig ein und lassen Sie das Mittel kurz einwirken. Danach sollte das Gerät im Kühlbetrieb auf kleinster Stufe laufen, damit das Kondenswasser den gelösten Schmutz direkt über die Kondensatleitung nach außen befördert. Bitte achten Sie darauf, dass keine elektrische Komponente nass wird.
Vielen Dank Markus S. für die schnelle Rückmeldung. Dass der Kondensatablauf den gelösten Schmutz abtransportiert, ist ein hilfreicher Hinweis, daran hatte ich nicht gedacht. Gibt es bei diesen Sprays Marken oder Inhaltsstoffe, die ich meiden sollte, damit der Kunststoff der Gehäusefront nicht spröde wird? Ich möchte keine Risse im Plastik riskieren, da das Gerät erst zwei Jahre alt ist. Sollte ich bei dieser Gelegenheit auch die Außeneinheit kontrollieren? Ich habe gelesen, dass ein verschmutzter Lamellenwärmetauscher draußen die Effizienz drastisch senken kann, was besonders beim Heizbetrieb nach GEG-Standards für die Energiebilanz relevant wäre.
Hallo Klaus, ich bin auch Bauherrin und habe das letztes Jahr selbst gemacht. Ich habe ein Spray auf Enzymbasis benutzt, das ist völlig unbedenklich für die Kunststoffteile. Einfach vorsichtig großflächig sprühen und mit einem Mikrofasertuch die Ränder abwischen. Das funktioniert prima. Bezüglich der Außeneinheit: Schau unbedingt nach, ob Laub oder Spinnweben im Gitter hängen. Bei meiner Anlage hat das Reinigen der Außeneinheit spürbar den Anlaufstrom gesenkt. Wenn der Wärmetauscher draußen verdreckt ist, muss die Wärmepumpe im Winter deutlich mehr arbeiten, was bei den aktuellen Strompreisen direkt in den Geldbeutel geht. Eine jährliche Sichtprüfung gehört bei mir seit der Inbetriebnahme fest zum Kalender.
Moin zusammen. Als Planer werfe ich mal ein, dass man bei der Reinigung der Lamellen Vorsicht walten lassen muss. Viele unterschätzen, wie leicht sich die dünnen Aluminiumbleche verbiegen. Wenn die Lamellen erst einmal deformiert sind, verschlechtert sich die Luftführung permanent. Nutzen Sie daher nur weiche Bürsten, falls Sie mechanisch nachhelfen müssen. Zur Chemie: Vermeiden Sie unbedingt alkalische Reiniger. Diese können bei Aluminium zu Korrosion führen. Prüfen Sie immer das Sicherheitsdatenblatt auf den pH-Wert. Achten Sie darauf, dass das Desinfektionsmittel keine aggressiven Lösungsmittel enthält, die den Weichmacher aus dem ABS-Kunststoff der Inneneinheit lösen könnten. Das führt sonst über kurz oder lang zu Spannungsrissen.
Hallo Klaus. Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Wichtig ist auch der Punkt der Sicherheit gemäß VDE. Ziehen Sie vor jeder Reinigungsaktion unbedingt den Netzstecker oder schalten Sie den Leitungsschutzschalter im Sicherungskasten aus. Feuchtigkeit und Elektrik vertragen sich bekanntlich nicht gut. Wenn Sie die Anlage nun in den Heizbetrieb versetzen, kontrollieren Sie nach der Reinigung unbedingt, ob das Kondensat wirklich sauber abfließt. Im Heizbetrieb entsteht zwar weniger Kondensat an der Inneneinheit, aber die Sauberkeit verhindert unangenehme Gerüche. Sollten Sie tiefergehende Verschmutzungen im Gebläserad feststellen, ist das eine Aufgabe für eine Fachkraft, da man hierfür oft das Gerät teilweise demontieren muss. Das geht über die normale Wartung durch den Endnutzer hinaus.
Herzlichen Dank für die vielen Tipps! Besonders der Hinweis auf das Gebläserad und die mechanische Empfindlichkeit der Lamellen ist wertvoll. Ich werde mir nun ein pH-neutrales Enzym-Spray besorgen und beim Auftragen äußerst behutsam vorgehen. Die Außeneinheit werde ich morgen bei Tageslicht ebenfalls gründlich inspizieren. Es beruhigt mich, dass die Vorgehensweise prinzipiell in Eigenregie möglich ist, solange man auf die Chemie achtet. Ich werde bei der Gelegenheit auch den elektrischen Anschluss auf festen Sitz der Klemmen prüfen, wie es in der Anleitung empfohlen wird – natürlich nur bei spannungsfreiem Zustand, wie Jürgen B. völlig korrekt anmerkte. Ihr habt mir sehr geholfen, die Anlage sicher und effizient in die Heizsaison zu bringen.
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