Guten Tag, bei meiner seit fünf Jahren laufenden Sole-Wärmepumpe verfolge ich die Jahresarbeitszahl monatlich. Bisher lag dieser Wert konstant bei 4,2, doch im September registriere ich einen unerwarteten Sprung im Stromverbrauch speziell bei der Warmwasserbereitung. An unserem täglichen Nutzungsverhalten hat sich jedoch rein gar nichts verändert. Besteht die Möglichkeit, dass die Zirkulationspumpe defekt ist, oder gibt es bei der Anlage nach fünf Jahren typische Verschleißerscheinungen, die ich vor dem Winter genauer prüfen lassen sollte? Ein Mehrverbrauch bei der Warmwasserbereitung liegt oft an einer defekten Zirkulationspumpe oder einer falsch eingestellten Zeitsteuerung, wodurch die Zirkulationsleitung ständig Wärme verliert. Auch verkalkte Wärmetauscher oder ein hängendes Umschaltventil können die Effizienz mindern. Lassen Sie zudem den Kältemittelkreislauf durch einen Fachbetrieb auf korrekte Drücke und Dichtheit prüfen.
Jahresarbeitszahl sinkt deutlich - was ist zu prüfen?
Nach fünf Betriebsjahren ist eine erste Wartung absolut empfehlenswert, um die Leistung Ihrer Wärmepumpe zu erhalten. Prüfen Sie zunächst, ob die Zirkulationspumpe für Heizung und/oder Warmwasser korrekt eingestellt ist und nicht unnötig lange läuft. Ein stark verkalkter Wärmetauscher im Brauchwasserspeicher ist ebenfalls ein sehr häufiger Grund für sinkende Werte bei Ihrer Anlage. Durch hartnäckige Kalkablagerungen verschlechtert sich der Wärmeübergang im Speicher enorm. Dies zwingt die Wärmepumpe dazu, mit deutlich höheren Vorlauftemperaturen zu arbeiten, was Ihre Jahresarbeitszahl (JAZ) massiv nach unten drückt. Kontrollieren Sie zudem das gesamte System auf eventuelle Leckagen, die zu einem Druckabfall und somit zu einer verminderten Effizienz führen können. Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen sollten Sie außerdem die Solekonzentration kritisch im Blick behalten, da diese den Wirkungsgrad der Umwälzpumpe und die Frostsicherheit maßgeblich beeinflusst. Ein hydraulischer Abgleich, insbesondere bei Fußbodenheizungen, stellt sicher, dass alle Heizkreise optimal durchströmt werden, was zu einer gleichmäßigeren Wärmeverteilung und verbesserten Effizienz führt.
Ergänzend zu Thomas: Wirf doch mal einen Blick in die Einstellungen zur Warmwasserbereitung im Menü deiner Anlage. Manchmal verstellen sich die Zeiten für die Legionellenschaltung von selbst, oder ein Softwareupdate hat die Parameter für den Bivalenzpunkt einfach zurückgesetzt. Bei meiner Anlage war vor kurzem der Fühler im Speicher defekt. Er hat ständig falsche Werte geliefert, wodurch die Wärmepumpe dachte, der Puffer sei eiskalt, und sie hat die Wärmeerzeugung in den Heizbetrieb verschoben statt das Warmwasser effizient zu laden. Ein kleiner Widerstandstest am Fühler hat das Problem glücklicherweise sofort aufgedeckt. Das solltest du unbedingt mal ausprobieren, da fehlerhafte Fühlerwerte oft die Ursache für eine sinkende JAZ sind.
Hallo Claudia, bei einer Laufzeit von fünf Jahren sollten wir uns gezielt die Zirkulationspumpe ansehen. Falls diese über eine Zeitschaltuhr gesteuert wird, liegt möglicherweise ein technischer Defekt am Speicherfühler oder ein Fehler in der Programmierung vor. Kontrollieren Sie bitte unbedingt, ob die Zirkulationspumpe in einem Dauerlauf-Modus feststeckt oder ob der Rücklauf der Zirkulationsleitung die Schichtung im Speicher durch zu hohe Rücklauftemperaturen zerstört. Ein solcher Fehler sorgt dafür, dass die Wärmepumpe häufiger nachheizen muss, was den Stromverbrauch signifikant in die Höhe treibt. Dies ist in meiner Erfahrung ein sehr häufiger Grund für sinkende Jahresarbeitszahlen.
Danke für den wertvollen Hinweis, Markus! Ich bin direkt in den Keller gegangen und habe nachgesehen: Meine Zirkulationspumpe läuft tatsächlich rund um die Uhr, also 24/7. Ich war bisher der naiven Annahme, das wäre für den Warmwasserkomfort sinnvoll, aber vielleicht hat sie sich über die Jahre in einen völlig ineffizienten Dauerbetrieb verstellt. Ich frage mich nun, ob eine simple Zeitschaltuhr tatsächlich ausreicht, um die Jahresarbeitszahl (JAZ) wieder merklich zu verbessern? Es wäre ja toll, wenn so ein kleiner Eingriff den Stromverbrauch spürbar senken könnte. Hat da jemand Erfahrungswerte?
Absolut richtig, Claudia. Bei älteren Heizungsinstallationen ist eine Zirkulationsleitung oft ein großer Effizienzfresser. Wenn die Wärmeverluste in der Zirkulation steigen, muss die Wärmepumpe unnötig oft in den Warmwassermodus wechseln, was die Jahresarbeitszahl (JAZ) stark reduziert. Hier hilft oft eine thermische Regelung der Zirkulationspumpe oder die Reduzierung der Betriebszeiten. Zusätzlich empfehle ich, den hydraulischen Abgleich zu überprüfen. Oft werden die Vorlauftemperaturen durch falsche Einstellungen unnötig hoch eingestellt, was die Effizienz mindert. Lassen Sie auch die Fühlerwerte kontrollieren, um sicherzustellen, dass die Spreizung noch zum Anlagendesign passt und die Wärmepumpe optimal arbeitet.
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