Hi Leute, meine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe ist seit Anfang September am Netz. Jetzt, bei nächtlichen Temperaturen um 8 bis 10 Grad, taktet die Kiste tagsüber gefühlt ständig. Trotz KfW-55-Standard und einer Heizkurve von 0,6 mache ich mir Sorgen. Ist das häufige An- und Ausschalten in der Übergangszeit normal? Oder muss ich über einen größeren Pufferspeicher nachdenken? Ich sorge mich wirklich um den Kompressor, wenn der ständig neu startet. Hat von euch jemand Ähnliches beobachtet? Das Takten in der Übergangszeit ist bei vielen Anlagen normal, da die Heizlast des Hauses bei milden Temperaturen unter der Mindestleistung der Wärmepumpe liegt. Prüfen Sie, ob die Heizkurve weiter abgesenkt werden kann und ob ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B durchgeführt wurde, um den Volumenstrom zu optimieren. Ein Puffer ist oft nicht die Lösung, sondern eher eine korrekte Einstellung der Durchflussraten durch die Heizflächen.
Übergangszeit: Taktet meine neue Luft-Wasser-WP zu viel?
Das ständige Takten bei den aktuellen Außentemperaturen deutet fast immer auf eine zu hoch eingestellte Heizkurve oder eine zu geringe Spreizung (zu hoher Durchfluss) hin. Prüfen Sie bitte einmal, ob die Wärmepumpe das Haus möglicherweise überhitzt oder ob die Rücklauftemperatur zu schnell wieder ansteigt. Sollte das der Fall sein, reduzieren Sie die Heizkurve schrittweise, bis das gewünschte Regelverhalten erreicht ist. Parallel dazu sollte der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden, um eine ausreichende Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf zu gewährleisten. Wenn der Durchfluss durch die Heizkörper oder die Fußbodenheizung zu gering ist, erreicht das Gerät viel zu schnell seine Abschaltgrenze aufgrund der hohen Rücklauftemperatur. Gemäß den Richtlinien des VDI (z.B. VDI 4645) sind möglichst lange und taktfreie Laufzeiten das primäre Ziel, um die Effizienz Ihrer Anlage spürbar und nachhaltig zu verbessern und den Verschleiß zu minimieren.
Hallo Markus, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur neuen Anlage! Das Taktverhalten, das du in der Übergangszeit beobachtest, ist leider ein typisches Symptom, wenn die Wärmepumpe für ein modernes Gebäude leicht überdimensioniert ist. Da dein Haus dem KfW-55-Standard entspricht, ist die benötigte Heizlast sehr gering. Kann die Wärmepumpe ihre Mindestleistung nicht ausreichend modulieren, schaltet sie sich aus, sobald die Vorlauftemperatur erreicht ist. Als konkreten Schritt empfehle ich dir, deine Heizkurve zu überprüfen und die thermischen Stellantriebe voll zu öffnen, um den Durchfluss zu maximieren. Eine Absenkung der Steilheit der Heizkurve, beispielsweise auf 0,3 bis 0,4, bringt in der Regel deutlich mehr Ruhe in das System als eine zu hohe Einstellung.
Da stimme ich Thomas absolut zu. In einem KfW-55-Haus ist eine Heizkurve von 0,6 oft viel zu steil eingestellt. Versuch doch mal, die Steilheit schrittweise auf 0,4 oder sogar 0,3 zu reduzieren. Dein Ziel muss es sein, die Vorlauftemperatur so niedrig wie nur möglich zu halten. Auf diese Weise läuft die Wärmepumpe eher mit kleinerer Leistung durch, anstatt permanent an- und auszugehen. Hast du in diesem Zuge eigentlich schon prüfen lassen, ob der hydraulische Abgleich gemäß Verfahren B durchgeführt wurde? Oftmals liegt die Ursache für das Takten auch ganz simpel an zu stark geschlossenen Ventilen oder einem zu geringen Durchfluss im Haus. Viel Erfolg beim Einstellen!
Danke für die bisherigen Tipps. Der hydraulische Abgleich wurde von meinem Fachbetrieb bei der Installation durchgeführt, das sollte also eigentlich passen. Aber den Hinweis zur Heizkurve werde ich auf jeden Fall mal testen. Bisher hatte ich Bedenken, dass es im Haus zu kalt werden könnte, wenn ich die Kurve flacher einstelle. Eine flachere Heizkurve bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Raumtemperatur zu langsam ansteigt. Vielmehr bedeutet sie, dass die Vorlauftemperatur bei Außentemperatur X niedriger ist. Mit einer gut eingestellten Heizkurve wird die gewünschte Raumtemperatur dank der Inverter-Technologie der Wärmepumpe auch bei niedrigeren Vorlauftemperaturen effizient erreicht. Dies sollte den Komfort nicht negativ beeinflussen.
Keine Sorge, Markus. Die thermische Trägheit deines Hauses spielt dir hier voll in die Karten. Ein KfW-55-Haus speichert Wärme exzellent, was bedeutet, dass es Wärme langsam abgibt und aufnimmt. Wenn du die Heizkurve etwas absenkst, läuft die Wärmepumpe spürbar sanfter und vor allem stetiger. Das schont den Kompressor ungemein, da das ständige Ein- und Ausschalten mit hohen Anlaufströmen vermieden wird. Achte zusätzlich darauf, die Durchflussraten in den Heizkreisen zu maximieren, indem du die Ventile weit öffnest. Eine Erhöhung des Volumens im System durch einen Puffer sollte wirklich erst die allerletzte Option sein, wenn gar nichts anderes mehr hilft.
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