
Daikin Split-Klimasysteme: Einsatz als Luft-Luft-Wärmepumpen
Reversible Split-Klimageräte fungieren als effiziente Luft-Luft-Wärmepumpen. Der Artikel erläutert SCOP-Grenzen und thermodynamische Anforderungen für eine Förderung.
Thermodynamische Grundlagen reversibler Split-Klimasysteme
Split- und Multi-Split-Klimaanlagen sind kältetechnisch vollwertige Wärmepumpen. Im Heizbetrieb kehrt das System den Kältekreisprozess durch ein elektromagnetisch gesteuertes 4-Wege-Ventil um. Das Innengerät fungiert hierbei als Verflüssiger (Kondensator), während das Außengerät die Wärme aus der Umgebungsluft über Verdampfung aufnimmt. Der theoretische thermodynamische Grenzprozess folgt dem Carnot-Kreisprozess, dessen Gütegrad vom Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Wärmesenke abhängt:
$$COP_{\text{Carnot}} = \frac{T_{\text{warm}}}{T_{\text{warm}} - T_{\text{kalt}}}$$
Hierbei sind die Temperaturen in Kelvin anzusetzen. Um unter realen Betriebsbedingungen eine hohe Energieeffizienz zu garantieren, setzen moderne Inverter-Klimageräte von Daikin auf variable Drehzahlregelung des Rollkolben- bzw. Scrollverdichters und elektronische Expansionsventile (EEV). Die kontinuierliche Regelung verhindert Taktverluste, optimiert die Heißgastemperatur und minimiert den Druckverlust über den Plattenwärmetauscher und die Kältemittelleitungen. Dies ist der technische Schlüssel zur Erreichung der gesetzlichen Förderkriterien im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Förderlandschaft 2026: BEG, KfW 458 und steuerliche Rahmenbedingungen
Reine Kühlgeräte ohne Heizfunktion oder mobile Monoblock-Klimageräte sind von der staatlichen Förderung grundsätzlich ausgeschlossen. Für reversible Split-Klimasysteme hingegen, die in Bestandsgebäuden zur Raumbeheizung eingesetzt werden, greift die Einstufung als vollwertige Luft-Luft-Wärmepumpe. Die finanzielle Bezuschussung für Privatpersonen wird dabei über das KfW-Programm 458 (BEG EM) realisiert:
- 30 % Grundförderung: Gilt für den Austausch oder die Ergänzung fossiler Heizsysteme in Bestandsgebäuden.
- 20 % Klima-Geschwindigkeitsbonus: Für selbstnutzende Wohneigentümer, deren Altanlagen ausgetauscht werden.
- 30 % Einkommensbonus: Für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 40.000 Euro.
- Deckelung: Der Gesamtzuschuss ist auf maximal 70 % der förderfähigen Investitionskosten (maximal 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, somit bis zu 21.000 Euro Fördersumme) begrenzt.
Alternativ zu den Zuschüssen des Bundes können Eigentümer, die keine direkte Förderung beantragen, die steuerliche Entlastung nach § 35c Einkommensteuergesetz (EStG) für energetische Sanierungsmassnahmen heranziehen (Verteilung von bis zu 20 % der Aufwendungen über drei Jahre) oder für reine Installationsleistungen die Handwerkerleistungen nach § 35a Abs. 3 EStG geltend machen. Eine Kumulierung derselben Sanierungskosten über KfW/BAFA und Steuerbonus ist gesetzlich ausgeschlossen.
Landesprogramme und kommunale Hitzeschutz-Zuschüsse
Parallel zur BEG-Förderung etablieren zahlreiche Bundesländer und Kommunen (z. B. kommunale Förderprogramme für sommerlichen Wärmeschutz und Quartierssanierungen in Großstädten) ergänzende Programme. Während der Bund primär den Heiznutzen über das BEG adressiert, zielen urbane Anpassungsrichtlinien vermehrt auf hocheffiziente Inverter-Splitgeräte ab, um vulnerable Bevölkerungsgruppen vor Hitzestress zu schützen. Diese Zuschüsse fordern in der Regel die Einhaltung rigider Kältemittelgrenzwerte (niedriges Treibhauspotenzial GWP) und den ausschliesslichen Bezug von Ökostrom.
Technische Mindestanforderungen: Normen und Nachweisführung
Um einen Förderantrag für Daikin-Systeme rechtssicher zu bewilligen, müssen die Geräte nachweislich spezifische europäische Prüfnormen erfüllen:
- Prüfnormen DIN EN 14511 und DIN EN 14825: Die energetische Bewertung erfolgt über die saisonale Heizeffizienz. Die Förderrichtlinie verlangt einen jahreszeitlichen Arbeitswert (SCOP – Seasonal Coefficient of Performance) von mindestens 3,5 im Auslegungspunkt für die mittlere Klimazone.
- ErP-Ökodesign-Richtlinie: Zertifizierung mindestens in Energieeffizienzklasse A++ im Kühl- sowie im Heizbetrieb.
- Energie- und Effizienzanzeige: Moderne Split-Geräte müssen dem Endnutzer die erzeugte Wärmeenergie bzw. den elektrischen Verbrauch transparent visualisieren oder über eine Gebäudeleittechnik/Schnittstelle übermitteln können.
- F-Gase-Verordnung (EU 2024/573): Daikin-Geräte mit dem Sicherheitskältemittel R32 (GWP 675) halbieren im Vergleich zum Alt-Kältemittel R410A das CO2-Äquivalent deutlich und garantieren die Einhaltung der geltenden Service- und Inverkehrbringungsquoten. Die Installation darf ausnahmslos durch zertifizierte Kälte-Klima-Fachbetriebe (Kategorie I gemäss ChemKlimaschutzV) erfolgen.
| Daikin Modellreihe | Nenn-Kühlleistung (kW) | Nenn-Heizleistung (kW) | SCOP (mittlere Zone) | KfW 458 Förderfähigkeit | | :--- | :--- | :--- | :--- | :--- | | Daikin Perfera (FTXM25R / RXM25R) | 2,5 | 2,8 | 5,10 (A+++) | Erfüllt (Luft-Luft-WP) | | Daikin Emura (FTXJ35A / RXJ35A) | 3,5 | 4,0 | 4,73 (A++) | Erfüllt (Luft-Luft-WP) | | Daikin Comfora (FTXP25N / RXP25N) | 2,5 | 3,0 | 4,65 (A++) | Erfüllt (Luft-Luft-WP) | | Daikin Sensira (FTXF25D / RXF25D) | 2,5 | 2,8 | 4,10 (A+) | Erfüllt (Luft-Luft-WP) | | Daikin Multi-Split (3MXM52A + 3 Innengeräte) | 5,2 | 6,8 | 4,60 (A++) | Erfüllt (Multi-Split-WP) |
Auslegungsrechnung und hydraulische/kältetechnische Dimensionierung
Für den bivalenten oder teildeckenden monovalenten Betrieb muss die Heizlastberechnung gemäss DIN EN 12831 vorgenommen werden. Exemplarisch wird ein gut gedämmter Wohnraum (Bestandssanierung, 45 m² Wohnfläche) mit einer spezifischen Transmissions- und Lüftungsheizlast von 60 W/m² betrachtet:
$$\Phi_{\text{Heiz}} = 45 ,\text{m}^2 \times 60 ,\text{W/m}^2 = 2.700 ,\text{W} = 2,7 ,\text{kW}$$
Die Auslegung erfordert ein System, das diesen Wärmestrom auch bei der Norm-Außentemperatur von beispielsweise -10 °C bereitstellt. Ein Daikin Perfera Wandgerät RXM25R / FTXM25R liefert eine maximale Heizleistung von bis zu 4,7 kW und hält bei -10 °C eine thermische Nettoleistung von ca. 2,6 kW aufrecht.
Zur Berechnung der jährlichen Betriebskosten bei einem angenommenen Nutzwärmebedarf von 4.200 kWh/a im Raum und einem SCOP von 4,6:
$$W_{\text{el}} = \frac{Q_{\text{th}}}{\text{SCOP}} = \frac{4.200 ,\text{kWh}}{4,6} \approx 913 ,\text{kWh}_{\text{el}}$$
Bei einem Strompreis von 0,32 Euro/kWh ergeben sich jährliche Heizkosten von ca. 292 Euro. Gegenüber veralteten elektrischen Speicherheizungen oder fossilen Einzelöfen amortisiert sich die Investition unter Berücksichtigung der KfW-Bezuschussung bereits nach wenigen Betriebsjahren.
Prozesskette für Fachplaner und Endkunden
Um die Fördermittel ohne Ablehnungsrisiko abzurufen, ist die strikte Chronologie einzuhalten:
- Heizlast- und Bestandsanalyse: Dimensionierung der Räume und Auswahl fördergelisteter Daikin Split- oder Multi-Split-Außengeräte mit entsprechendem SCOP-Zertifikat nach EN 14825.
- Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (EEE): Erstellung der Bestätigung zum Antrag (BzA) für das KfW-Portal.
- Antragstellung vor Vorhabensbeginn: Die Bewilligung oder die Bestätigung des Eingangs muss vor der Auftragsvergabe und Montage vorliegen.
- Fachmontage und Inbetriebnahme: Sachgerechte Evakuierung des Kältekreises auf unter 270 Pa (2 mbar) zur vollständigen Entfernung von Feuchtigkeit und nicht kondensierbaren Gasen, Dichtheitsprüfung nach F-Gase-Vorgaben und hydraulischer/elektrischer Anschluss nach VDE-Vorschriften.
- Einreichung des Verwendungsnachweises: Hochladen von Fachunternehmererklärung und Schlussrechnung zur finalen Auszahlung der Zuschüsse.
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Bildverweise
- 1.Quelle: Daikin Airconditioning Germany GmbH, BAFA / KfW Merkblätter BEG EM, DIN EN 14825
- 2.Bild: Daikin Germany Presse
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